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High-End-Audio - keine Chance für MP3

24.05.2004 | 15:32 Uhr |

Freitag bis Sonntag versammelten sich Audio-Freaks auf der Spezialmesse High End im Münchener Messezentrum MOC und bestaunten Kable, die pro laufenden Meter doppelt so viel kosten wie ein 40-GB-iPod.

Nicht nur Fachbesucher sind bei der Audio-Messe High End erwünscht, wie der Wochenendtermin der Messe deutlich macht. Für viele mittelständischen Hersteller ist die Messe schließlich eine gute Möglichkeit, um ihrer recht kleinen Zielgruppe ihr gesamte Programm vorzuführen. Die Fachmesse für Audiophile bietet den Herstellern hochwertiger Unterhaltungssoftware, Vertrieben und Fachhändlern eine international beachtete Plattform, die auch eine Fülle kleinerer und größerer Hersteller nutzen.

High End wird oft mit sündhaft teuren Hand gefertigten Plattenspielern und Lautsprechern verbunden, ein Kernthema der Messe war aber auch Heimvideo. Computer waren so gut wie gar nicht zu sehen, wenn auch in Form der vielen ausgestellten DVD-Player und Recorder immer mehr Computertechnik in den Geräten zum Einsatz kommen. Als Hersteller von Plasma-Displays waren etwa Marantz, Sharp oder Pioneer zu sehen, besonders beeindrucken konnte das HD-taugliche Plasma-Display KE-P61MRX1 von Sony, wenn es auch keine Messeneuheit war.

Fast jeder der größeren Panel-Hersteller hatte auch eine HDTV-Vorführung im Programm, die größeren Lautsprecherhersteller nutzten diese oft für die Vorführung ihrer Heimvideo-Anlagen. Ab August etwa ist für 25 000 Euro eine neue AV-Anlage von Denon zu haben, die 7-Kanal-Digitalendstufe, Vorverstärker und Vidoe-Prozessor vereinigt. Etwas preiswerter die Anlage AVR-3805, die bereits für 1350 Euro zu haben ist.
MP3 oder AAC waren auf dieser Messe kein Thema, wichtiger dagegen die DVD-Formate SACD und DVD-Audio. Fast jeder der Hersteller hatte entsprechende Abspielgeräte im Programm, von den Vorzügen der einzelnen Formate konnte man sich an Ort und Stelle überzeugen. Aber auch einige Plattenstände mit den alt vertrauten Vinylscheiben waren zu finden.

Sony nutzte die Messe, um seinen neuen HI-MD-Walkman vorzustellen. Dieser Walkman nutzt die ein GB großen Hi-MD-Discs als Speichermedium und kann bis zu 45 CDs pro Medium aufnehmen. Als Audioformat setzt Sony bei diesem Gerät auf Atrac 3 Plus, das bisher nicht auf dem Mac unterstützt wird. Ob es für das Gerät eine Abspielsoftware für den Mac geben wird, konnte uns leider keiner der anwesenden Sony-Mitarbeiter beantworten. Keine Mac-Unterstütztung bot auch das Heimnetzwerk-Gerät STR-DB1000R, ein Receiver der auf die Medieninhalte eine Vaio-Computers zugreifen kann.

Typisches Thema der Messe sind besonders hochwertige Kabel, die auf der Messe in allen Formaten und Preisklassen angeboten werden. Eine Fülle an Spezialherstellern präsentierte ihr vollständiges Programm auch für das Thema Heimvernetzung gab es eine Reihe interessanter Lösungen und neue Steckervarianten.

Seit einem Jahr auf dem Markt sind die flachen Kabel der Firma TAD-Kabel, die sogar hinter Tapeten verlegt werden können und wohl auch für viele Low-End-Anwender sehr interessant sind. In Kürze sollen auch flache Ethernet-Kabel und Stromkabel verfügbar sein.

iPod-Besitzern bekannt ist die Firma Monster, deren Mac-Zubehörkabel etwa bei Gravis zu beziehen sind. Die amerikanische Firma sieht sich als preiswertere Alternative zu den zum Teil sehr hochpreisigen Spezialanbietern. Nur für High-Ender interessant ist aber wohl ihr neuestes Produkt, ein Automatischer Strom-Stabilisator AVS 2000.

Dieses 1500 US-Dollar teure Gerät schützt teure Anlagen und Computer vor Stromausfällen und erzeugt eine besonders gleichmäßige Stromleistung. Die im normalen Stromnetz üblichen Schwankungen werden ausgeglichen, Störungen gleichzeitig ausgefiltert. Bei aufwendigen Heimtheatersystemen soll dieses System durchaus Sinn machen. Interessant: auch empfindliche Computer sollen durch Schwankungen im Stromnetz abstürzen können. Für diese Anwender hat Monster aber auch einige preiswertere Geräte im Angebot wie das 230 US-Dollar teure Home Theater Power Centre - allerdings ohne Strom-Stabilisierung.

Als echte iPod-Ergänzung fiel uns das etwa 200 Euro teure Radio iPAL von Tivoli Audio auf. Das Designradio wird per Miniklinke mit einem iPod verbunden und dient so als teurer aber schicker iPod-Lautsprecher.

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