1023427

Apple: AT&T steckt nicht hinter Rückzug von Google Voice

24.08.2009 | 12:00 Uhr |

Apple lädt Google ein, Google Voice als Webanwendung umzuschreiben. Mit der ursprünglichen Lösung ist Apple hingegen weniger glücklich, da Google Voice iPhone-interne Grundfunktionen imitiert. Zwar wurde die Anwendung offiziell nie abgelehnt, blieb aber im Zulassungsprozess stecken.

Am letzten Freitag hat Apple auf seiner Webseite öffentlich Stellung zu den Fragen der US-Telekommunikationsbehörde FCC (Federal Communications Commission) wegen der Ablehnung von Google Voice genommen. Im Wesentlichen besteht Apple auf der Richtigstellung, dass Google Voice nicht abgelehnt wurde, sondern immer zur Zulassung untersucht wird. In der Tat hat ein Pressesprecher von Apple Ende Juli mitgeteilt, dass ""Apple die Anwendung nicht zugeslassen hat", was ganz genau genommen nicht unbedingt einer Ablehnung entspricht.

In der ausführlichen Erklärung beschreibt Apple, dass die Firma nach eigenen Vorbehalten - und nicht etwa nach Diskussion mit AT&T - entschied, die Anwendung Google Voice nicht im App Store zu veröffentlichen. Ausschlaggebend war, dass "Google Voice die Kern-Funktionalität des Mobiltelefons von Apple abändert. [...] Apple hat jede Menge Aufwand in das iPhone investiert, um auf innovative Art und Weise diese Kern-Funktionalität anzubieten." Der Ansatz von Google Voice, die iPhone-interne Visual-Voicemail-Funktionalität zu ersetzen und die Kontaktadressen auf einen Google-Server zu übertragen, stellt Apple nach eigener Aussage vor eine ganze Reihe von Fragen, die intern immer noch diskutiert werden.

Auf jeden Fall erklärt Apple in der Stellungsnahme, dass AT/T nichts mit dem Google-Voice-Prozess zu tun hat. "Apple lässt sich in seinen Entscheidungen nicht von seinen Vertragspartnern beeinflussen." Auf der anderen Seite hat Apple Anwendungen aus dem App Store ausgeschlossen, die ausdrücklich gegen die Nutzungsbedingungen von AT&T verstoßen, wie zum Beispiel Programme, die über das AT&T-Netzwerk VoIP-Anrufe oder TV-Empfang. Letzteres bezog sich auf Sling Media , die schließlich ihre Anwendung auf ausschließlich Wi-Fi-Verbindungen beschränken mussten.

Zulassungskriterien für den App Store

Bei Apple arbeiten nach Angaben der Webseite über 40 qualifizierte Begutachter. Jede Anwendung wird von mindestens zwei Begutachtern untersucht, um neutrale Bewertungen sicherzustellen. Jede Woche nehmen leitende App Store Manager an einem Treffen teil, in dem die Richtlinien für den Zulassungsprozess diskutiert werden. Jede Woche erhält Apple zirka 8500 neue Programme oder Updates und 95 Prozent aller Anträge werden laut Apple binnen 14 Tage bearbeitet. Ungefähr zwanzig Prozent aller Anwendungen benötigen zum Erfolg eine Überarbeitung und einen weiten Anlauf. Als Hauptgrund für Ablehnungen führt Apple "Programmfehler in den Applikationen" an.

Apple gibt zu, dass beim Aufbau des App Stores Fehler auftreten: "Wir bearbeiten immerhin absolutes Neuland und treffen immer wieder auf komplett neue Probleme. Gelegentlich unterlaufen uns Fehler, aus denen wir lernen und letztendlich den App Store kontinuierlich verbessern."

0 Kommentare zu diesem Artikel
1023427