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Hinweise auf Apple eigenes CDN

11.02.2016 | 09:54 Uhr |

Seit jeher nutzt Apple den Service von Akamai, um digitale Inhalte rasch an seine Kunden auszuliefern. Künftig will Apple anscheinend lieber ein anderes Content Delivery Network (CDN) dafür einsetzen.

Apple baut seine Infrastruktur aus und setzt verstärkt auf eigene Rechenzentren. In der vergangenen Woche hatte bereits Amazon darauf hingedeutet, Apple als Kunden für seine Amazon Web Services zu verlieren , nun spricht auch Akamai davon, ein Großkunde werde bald für weniger Umsatz sorgen: Apple. Dieser nutzt Akamais Content Delivery Network (CDN) dazu, iTunes-Inhalte möglichst schnell an seine Kunden auszuliefern. Dafür sind dezentrale Infrastrukturen in der Nähe der Nutzer wichtiger als gigantische zentrale Rechenzentren.

Konkret sagte Akamai-CEO Tom Leighton bei der Präsentation der jüngsten Bilanz des Unternehmens, dass die beiden größten Kunden zusammen 13 Prozent des Umsatzes beigetragen hätten, deren Anteile im Jahr 2016 aber auf nur noch sechs Prozent sinken würden. Trotzdem blieben sie die beiden größten Umsatzbringer, obwohl sie zunehmend auf eigene Rechenzentren setzten. Apple ist las der größte Akamai-Kunde bekannt, Nummer zwei dürften Facebook oder Microsoft sein. Für Akamai hat das enorme Folgen, das Unternehmen will sich restrukturieren und im Zuge dessen Aktien im Wert von einer Milliarde US-Dollar zurückkaufen.

Business Insider spekuliert einen Zusammenhang mit einem kommenden TV-Streamingservice Apples, bei dem der Anbieter lieber unabhängig von den Storages und Netzen Dritter sein möchte. Doch könne man schon jetzt etwa bei Downloads von Betriebssystemupdates fest stellen, dass diese immer öfter Apple direkt ausliefert und nicht mehr via Akamai.

Der TV-Dienst von Apple scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, womöglich ist er aber bereits in Betrieb. Denn wie Apple-CEO Tim Cook im September betonte, sieht Apple die Zukunft des Fernsehens in Apps – für das Apple TV 4 bringen immer mehr Sender und Netze ihre Inhalte per App. Unsere Kollegen der Computerworld sehen daher bereits heute eine von Apple ausgelöste TV-Revolution im Rollen , neben der vermuteten Verschiebung beim Ausliefern von Akamai zu Apple eigenen Lösungen deuteten sechs weitere Zeichen darauf hin. Mit Apps werde das Fernsehen immer internationaler, Nischen und persönliche Geschmäcker würden besser bedient. Zudem könne man die Inhalte besser mit anderen teilen, Fernsehen werde sozialer. Nicht zu unterschätzen seien auch der durch Siri gegebene Bedienkomfort und weitere Innovation, die in immer rascherer Folge auftreten. Die Gefahr bestehe aber auch, dass dereinst auch das "neue Fernsehen" sich auf wenige Anbieter reduziere, so wie das Internet von heute von wenigen Firmen dominiert ist.

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