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Hohe Verluste für Internet-Auktionshaus Ricardo.de

21.09.2000 | 00:00 Uhr |

Das Hamburger Internet-Auktionshaus Ricardo.de hat bei stark steigenden Umsatz- und Kundenzahlen auch seine Verluste kräftig ausgeweitet. Im Geschäftsjahr 1999/2000 (30.6.) kletterte der Verlust von 2,7 auf 36,7 Millionen Mark, teilte das am Neuen Markt notierte Unternehmen am Donnerstag in Hamburg mit.

Mit einmaligen Aufwendungen, Abschreibungen und anderen Sonderfaktoren werden sogar 65,4 Millionen Mark als Verlust ausgewiesen, bei einem Umsatz von 41 Millionen Mark. Die Börse reagierte mit einem Kursabschlag von mehr als sieben Prozent. Ausgehend von ihrem Höchststand im Februar von 222 Euro hat die Aktie inzwischen mehr als 80 Prozent ihres Wertes verloren.

"Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit dem Jahr", sagte Vorstandschef Christoph Linkwitz. Ricardo.de will künftig nicht mehr selbst mit Waren handeln, sondern nur noch als Vermittler zwischen Käufer und Verkäufer auftreten und dafür Provisionen und Gebühren kassieren. Das veränderte Geschäftsmodell habe im vierten Quartal des Geschäftsjahres das Wachstum gestoppt und zu leicht rückläufigen Umsätzen geführt. "Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass dieser Strategiewechsel Erfolg hat und wir damit das Wachstum konsolidieren können", erklärte Linkwitz.

Das so genannte Plattform-Geschäft werde auch die tragende Säule des neuen Unternehmens QXLridardo nach der angestrebten Fusion mit dem britischen Online-Auktionshaus QXL.com sein. Am 2. Oktober sollen die QXL- Aktionäre auf einer Hauptversammlung das öffentliche Tauschangebot für die Ricardo-Aktionäre beschließen. QXL will für eine Ricardo-Aktie 34 eigene Aktien anbieten. dpa/ab

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