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Hollywood goes Peer-to-Peer

10.05.2006 | 17:03 Uhr |

Warner Brothers hat einen Deal mit Bittorrent verkündet. In einem Aufsehen erregenden Schritt möchte das Hollywood-Studio seine Filme per Peer-to-Peer-Software vertreiben.

Mit der Kooperation wird Warner Brothers das erste Filmstudio, das seine Filme über Peer-to-Peer-Software vertreibt. Warner Brothers will zeitgleich mit dem DVD-Verkaufstermin seine Filme auch online anbieten.

Der neue Service soll im Sommer 2006 starten und wird zu Beginn rund 200 Warner-Brothers-Titel umfassen. Die Titel werden auch neuere Filme wie „Harry Potter und der Feuerkelch“ oder „Corpse Bride“ beinhalten.

Der Deal zwischen einem Hollywood-Studio und einem Peer-to-Peer-Software-Hersteller ist bislang einmalig. Nach Angaben von Tsujihara, Chef der Warner Brothers Home Entertainment Group, hoffe man, User weg von illegalen Angeboten zu locken. „Wenn wir es schaffen, fünf, zehn oder fünfzehn Prozent von illegalen Downloadern für unser Angebot zu nutzen, dann wäre das erheblich.“

Die Preise für den Service werden bei einem US-Dollar für Fernsehprogramme liegen, Kinofilme zum Download sollen ungefähr so viel kosten wie beim Videoverleih bzw. so viel wie eine neue DVD.

Die heruntergeladenen Files können nur auf dem Rechner angeschaut werden, auf dem der Download stattgefunden hat. Zusätzlich ist ein Passwort zum Anschauen des Files notwendig.

Bislang ist die Bittorrent-Software ein beliebtes Tool für den – von der Industrie so genannten – illegalen Austausch von Dateien wie Musik und Videos. Die Software teilt große Dateien in kleinere Stücke auf. Sobald eines dieser Stücke auf den eigenen Rechner geladen ist, wird der Nutzer selber zum Verteiler für andere Bittorrent-User.

Dieses Verfahren verkürzt dabei die Download-Zeit erheblich, da während des Download-Vorgangs auf mehrere Quellen zurückgegriffen werden kann. „Leeching“, also das Herunterladen von Dateien ohne sie weiterzugeben, ist mit Bittorrent unmöglich.

Jeder Nutzer des Warner-Brothers-Angebotes wird damit gleichzeitig auch zum Vertreiber des Contents. Ob er dies will oder nicht.

Der Deal zwischen Warner Brothers und Bittorrent wird die Gerüchte weiter befeuern, dass Apple möglicherweise Bittorrent in sein nächstes Betriebssystem Leopard integrieren wird.

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