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Homebanking down

19.11.2002 | 12:27 Uhr |

Ende dieses Jahres wird T-Online den Zugang zum BTX-Protokoll (CEPT-Port) für das Online-Banking abschalten. Diese Meldung sorgt nicht nur für Aufregung bei den Anwendern, die bisher ihre Bankgeschäfte immer noch über BTX abgewickelt haben, sondern auch für eine Menge falscher oder halbwahrer Informationen.

München/Macwelt- Während für Windows-Anwender mit dem Classic Gate der Zugriff auf das BTX-Protokoll weiterhin möglich ist, stehen die Mac-Anwender im Regen, da es für das Classic Gate keinen Client für das Mac-OS gibt. Dies macht sich bisher schon bei einem DSL-Anschluss bemerkbar, der ebenfalls nur das Classic Gate anbietet. Man muss sich deshalb zu BTX über Modem oder ISDN einwählen.

Zugang über HBCI


Als bequemste Lösung bietet sich der Umstieg auf das HBCI-Protokoll (Homebanking Computer Interface) an, sofern die Bank dieses Protokoll unterstützt. Das tun aber nicht alle, und so sind beispielsweise Kunden der Postbank von dieser Möglichkeit ausgeschlossen. Wer umsteigen möchte, muss sich bei seiner Hausbank danach erkundigen, ob diese HBCI anbietet. Dieses Protokoll hat zudem den Vorteil, dass es mit jedem Provider und auch über eine DSL-Verbindung funktioniert. HBCI selbst verursacht keine Kosten, wessen Hausbank es erforderlich macht, oder wer höchstmögliche Sicherheit beim Erledigen seiner Bankgeschäfte wünscht, benötigt noch ein externes Kartenlesegerät.

Problem Software


Der zweite Stolperstein ist die Software. Die Anwender der aktuellen Version 4 von Mac Giro haben keine Probleme, da das Programm sowohl BTX als auch HBCI unterstützt. Bisher geht dies nur unter dem klassischen Mac-OS (ab Mac-OS 8.1) und in der Classic-Umgebung von Mac-OS X, im kommenden Jahr ist zusätzlich mit einer Variante für Mac-OS X zu rechnen. Bank-Up-Anwender haben dagegen schlechte Karten, da die Entwickler nicht mehr an dem Programm arbeiten: Das bedeutet weder HBCI-Unterstützung noch Kompatibilität zu Mac-OS X.
Application Systems Heidelberg (ASH), der bisherige Distributor von Bank Up, ist zwar dabei, eine neue Online-Banking-Software für Mac-OS X zu entwickeln (Link auf Deinen Beitrag). Das neue Programm arbeitet aber in der ersten Version nur als Frontend für das Web-Banking und unterstützt noch kein HBCI. Es wird sich auch nicht mit jedem Web-Banking-Portal einsetzen lassen, sondern nur Postbank, Commerzbank und Banco Santander. BTX-Unterstützung bietet jedoch auch Bank-X nicht. Wer HBCI benötigt, muss also vorerst zu Mac Giro wechseln.

Web-Banking


Anwender, die nur wenige Überweisungen pro Monat vornehmen, können dies auch per Web-Banking erledigen. Dies geht mit Hilfe eines Web-Browsers sowie der Eingabe von PIN- und TAN-Nummern und ist inzwischen bei jeder Bank möglich. Nachteil dieser Lösung ist, dass sich Überweisungen nicht offline vorbereiten lassen und dass sich die Kontenbewegungen nicht mit einem darauf spezialisierten Programm auf dem eigenen Rechner verwalten lassen. th

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