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Horror-Meldungen führen in Abo-Fallen

10.02.2016 | 16:40 Uhr |

Um ahnungslose Facebook-Nutzer in eine Abo-Falle zu locken, haben sich Betrüger nun etwas Neues einfallen lassen: Angeblich soll sich Til Schweiger nach einem „Horror-Crash“ im Koma befinden. Dies behauptet zumindest ein Facebook-Post, der angeblich von der BILD-Zeitung stammt.

Erst Elyas M'Barek tot, dann Til Schweiger im Koma: Auf Facebook machen derzeit ein Posts die Runde, die arglose Nutzer in Abo-Fallen locken wollen. Dabei sieht der Post täuschend echt aus: Sowohl Titelbild als auch die Bildunterschrift sind im typischem Bild-Stil aufgemacht, sodass man leicht darauf reinfallen kann. Wobei man beim falsch geschriebenen Namen "Till" durchaus hätte stutzig werden können.
 
Die Betrüger gehen dabei sehr geschickt vor und nutzen die größte Sicherheitslücke aus, diejenige vor dem Bildschirm. Auf Mobilgeräten werden die Nutzer per Klick erst einmal auf eine dubiose Sex-Seite weitergeleitet. Bestätigt man sein Alter mit „JA ich bin über 18“ schließen sie unbewusst automatisch ein Abonnement ab, welches zehn Euro pro Woche kosten soll. Die Abrechnung erfolgt über die Telefonrechnung. Die kann man vermeiden, in dem man den gesunden Menschenverstand nutzt oder zur Sicherheit bei seinem Provider eine Drittanbietersperre einrichtet, die die Weitergabe der Telefonnummer zu Rechnungszwecken verhindert.

Mit dieser Nachricht wollen die Betrüger ihre Opfer in die Abo-Falle locken.
Vergrößern Mit dieser Nachricht wollen die Betrüger ihre Opfer in die Abo-Falle locken.
© Giga

 
Auch auf dem Desktop führen die gefälschten Schreckensnachrichten zu Unbill. Man muss zunächst die Nachricht teilen, um den weiteren Inhalt lesen zu können. Nachdem man bei einer kurzen Umfrage zu Facebook teilnehmen soll, wird man anschließend zu einem Gewinnspiel weitergeleitet. Als Dank für die Umfrage-Teilnahme kann der Nutzer hier ein Gratis iPhone, iPad oder Gutscheine im Wert von über 500 Euro gewinnen. Dafür muss er jedoch seine persönlichen Daten angeben, welche an andere Firmen weitergeleitet werden. Laut Giga wird man dadurch auch zu späteren Zeitpunkten mit Spam-Werbung belästigt. Während die Nutzer bei der ersten Variante in eine tückische Abo-Falle gelockt werden, muss man bei der zweiten Variante „nur“ mit ungewünschter Werbung rechnen.

Beides lässt sich vermeiden, einfach nicht weiter klicken, wenn die Meldung nicht zur "Nachrichten"-Site führt, von der zu stammen sie vorgibt. Oder besser direkt im Browser die Bild oder besser ein seriöses Nachrichtenportal aufrufen. Die würden bestimmt mit einer Eilmeldung aufmachen, wenn derartiges wirklich passiert wäre.

Facebook hat anscheinend bereits reagiert und die Falschmeldung über de Unfall von "Till" Schweiger entfernt. Auch Elyas M'Barek geht es gut.

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