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IBM bringt ersten 7-Nanometer-Chip

13.07.2015 | 15:00 Uhr |

IBM hat den ersten im 7-Nanometer-Verfahren hergestellten Chip vorgestellt. Dafür musste ein neues Material entwickelt werden.

IBM hat den ersten Chip vorgestellt, der im 7-Nanometer-Verfahren hergestellt worden ist. Aktuell setzen Hersteller noch das 14-Nanometer-Verfahren ein, wie etwa Intel bei seinen aktuellen Broadwell-Chips. Die GPU-Chip-Hersteller, wie etwa Nvidia oder AMD, wollen sogar noch die nächsten Jahre das 28-Nanometer-Verfahren nutzen. Intel hat für das Jahr 2017 den Umstieg auf das 10-Nanometer-Verfahren angekündigt.

IBM blickt da schon ein großes Stück weiter in die Zukunft und hat nun den weltweit ersten, funktionierenden 7-nm-Prozessoren präsentiert.

Wie IBM mitteilt, war es nicht möglich, den ersten 7-Nanometer-Chip nur aus purem Silizium herzustellen. Stattdessen kam eine Silizium-Germanium-Legierung zum Einsatz, um die Bewegung der Elektronen auf einer so kleinen Fläche zu verbessern. IBM hat die Legierung gemeinsam mit Samsung, GlobalFoundries, dem SUNY Polytechnic Institute und weiteren Unternehmen entwickelt. Auch Intel hatte bereits angekündigt, dass nur noch beim 10-Nanometer-Verfahren zum letzten Mal reine Silizium-Chips hergestellt werden.

Bei der Produktion des ersten 7-nm-Chips setzte IBM die Extreme Ultraviolet Lithography (EUV-Lithografie) ein, die einen Lichtstrahl verwendet, der - vereinfacht gesagt - viel "dünner" als bei den bisher eingesetzten Lithografie-Verfahren ist.

Die ersten 7-Nanometer-Chips werden laut IBM wohl erst im Jahre 2017 auf den Markt kommen. Sie sollen bei der Performance und dem Energieverbrauch um bis zu 50 Prozent besser als die vorherige Generation sein. Auf den 7-Nanometer-Prozessoren soll Platz für bis zu 20 Milliarden Transistoren sein. Zum Vergleich: Der neue Intel Broadwell-U bietet "nur" Platz für 1,9 Milliarden Transistoren.

Sparsamere Mobilgeräte von Apple

Mit einer Strukturbreite von 7 nm dürfte das Mooresche Gesetz (Verdoppelung der Anzahl der Tranistoren etwa alle 2 Jahre) in eine weitere Etappe gehen. Chips dieser Bauart können wir früher oder später auch in Macs, iPhones, iPads sowie der Apple Watch erwarten. Dabei zeigt es sich gerade in der jüngsten Zeit, dass die Chip-Hersteller den gewonnen Platz immer seltener in höhere Rechengeschwindigkeit und statt dessen immer mehr in Stromsparfunktionen investieren. Intels Core-M, den Apple im aktuellen 12-Zoll-Macbook einsetzt, ist ein gutes Beispiel. Mit 1,1 GHz Taktfrequenz ist der Chip nicht gerade ein Sprinter, braucht aber so wenig Strom, dass Apple im Macbook auf aktive Kühlung verzichten kann, ein Lüfter fehlt. Mit einem 7-nm-Chip könnte dieses Konzept auch in anspruchsvollere Notebooks Einzug halten. Ein lüfterloses 15-Zoll-Macbook-Pro  gelangt damit in greifbare Nähe. Für iPhones und iPad, die ja bereits von Beginn an ohne Lüfter auskommen, kann das nur eines bedeuten: Mehr Akkulaufzeit, das wünschen wir uns doch alle!

Christian Möller  

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