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IBM führt, Virginia auf Platz 7

09.11.2004 | 11:12 Uhr |

Selten war das Rennen um die Top 10 der Supercomputer so spannend wie dieses Mal.

Dies ist nachvollziehbar, denn in der diesjährigen November-Version der nur zweimal im Jahr aktualisierten Liste ging es um das prestigeträchtige Überholen des jahrelang dominierenden japanischen Earth Simulators und darum, die Supercomputer-Krone wieder in die USA zurückzuholen.

IBM kündigte Anfang Oktober an, dass man den Earth Simulator mit einem Prototypen des Blue Gene/L Clusters den IBM für das Lawrence Livermore National Laboratory baut mit 36 TeraFLOPS knapp übertroffen hätte. Dann kam Ende Oktober plötzlich SGI ins Spiel, die mit einem 8064-CPU-Itanium-Cluster für die NASA mit 42 TeraFLOPS sowohl IBM als auch den Earth Simulator deutlich hinter sich ließen. Das konnte IBM wiederum nicht auf sich sitzen lassen, und da der Blue Gene sowieso ein Prototyp eines gerade im Bau befindlichen Rechners ist hat man kurzerhand die Zahl der mit nur 700 MHz getakteten Power440-CPUs von 16384 auf 32768 verdoppelt.

Die Leistung hat sich dadurch auch fast verdoppelt: 70,72 TeraFLOPS schafft der neue Spitzenreiter, der nicht nur in der Leistung sondern auch in Sachen Strom- und Platzverbrauch sämtliche anderen Cluster deklassiert. Denn der Blue-Gene/L Prototyp belegt trotz der unglaublich hohen Anzahl an CPUs nur etwa 60 Quadratmeter Fläche, was gerade einmal zwei Prozent der Fläche des Earth Simulators ist. Auch stromsparend arbeitet er: Nur 7,2 Prozent der Energie des Earth Simulators verbraucht die kompakte IBM-Maschine, die laut IBM nächstes Jahr in ihrer Vollausbaustufe mit 131.072 CPUs 180 TeraFLOPS Leistung bringen soll. Angesichts der bisher fast linearen Leistungs-Skalierung mit der Anzahl der CPUs erscheint eine Leistung von etwa 260 TeraFLOPS für vier mal soviele CPUs allerdings fast wahrscheinlicher als IBMs wohl sehr vorsichtige Prognosen.

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