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IBM stellt Power5-Server vor

04.05.2004 | 12:17 Uhr |

IBM hat die ersten Server mit Power5-Prozessor vorgestellt. Der eServer i5 520 ist mit einer oder zwei CPUs erhältlich, der eServer i5 570 mit einer bis vier CPUs, wobei IBM die zwei Cores eines Power5 als zwei CPUs wertet.

Wider Erwarten stellt IBM den neuen Chip also nicht in der traditionellen "großen" pSeries vor, die auch unter dem Namen "Regatta" vermarktet wird, sondern in der "mittleren" AS/400-basierten iSeries.
Die neue Power5-iSeries kommt mit einer neuen Version von OS/400, das in i5/OS umgetauft worden ist, die Server können aber auch Linux oder AIX5L in ihren auf bis zu 160 Partitionen (Maximalausbau) erweiterten Virtuellen Maschinen laufen lassen.
Für die virtuellen Maschinen eignet sich der Power5 dank seiner 2 Kerne und zusätzlichem SMT (Simultaneous Multithreading) hervorragend, eine Einführung in der pSeries sollte also nicht lange auf sich warten lassen.
IBM verbaut den Power5 noch nicht in den bekannten MCMs (Multichip Modules), die 4 Doppelkerne plus externem Cache in ein Gehäuse packen, diese werden wohl erst in der pSeries eingeführt. IBM verbaut den Power5 momentan auf Steckkarten mit jeweils einem Chip plus lokalem Speicher (DDR1, max. 32GB), zwei davon passen in die 570 und nur eine in die 520. Bei Verfügbarkeit können die Steckkarten somit inklusive Speicher gegen schnellere CPUs mit schnellerem Speicher ausgetauscht werden.
Der noch in 0,13 Mikron gefertigte 276-Millionen-Transistoren-Chip ist in der 520 mit 1,5 GHz und in der 570 mit 1,65 GHz getaktet, desweiteren verfügt er über 1,9 MB internen geteilten L2-Cache sowie 36 MB externen L3-Cache. Auch einen Speichercontroller hat IBM integriert, so dass wie beim Opteron jede CPU ihren lokalen Speicher hat.
IBM liefert die ab 11.Juni verfügbaren Server inklusive i5/OS, DB2 und Websphere Express.
Der Preis liegt mit 11500 US-Dollar für das preiswerteste System über ein Drittel unter dem bisherigen Einstiegspreis für ein AS/400 System.

IBM hat den Power5 über 2 Jahre mit einem 500-Millionen-US-Dollar Budget entwickelt, es wird allgemein erwartet, dass IBM aus dem Power5 wie beim Power4 eine erschwingliche "Consumer-Version" für Apple fertigt. Ob diese mit Doppelkern kommen wird oder ob wie beim G5 der zweite Kern eingespart wird ist noch nicht klar, der Industrie-Trend geht allerdings allgemein in Richtung Doppelkern: Sun hat unlängst ihren Doppelkern-Ultrasparc IV vorgestellt, AMD will Ende 2005 zwei Kerne in ihre Athlons bzw. Opterons verbauen und auch auf Intels Roadmap finden sich schon Doppelkern-CPUs.

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