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IBM streicht weltweit 15 613 Stellen

14.08.2002 | 14:45 Uhr |

IBM streicht mehr als 15 613 Stellen. Das sind rund fünf Prozent aller Beschäftigten des weltgrößten Computerkonzerns. IBM hatte Ende vergangenen Jahres etwa 320 000 Mitarbeiter. IBM hatte zwar bereits Entlassungen angekündigt, doch wurde die genaue Zahl erst jetzt im Quartalsbericht an die amerikanische Wertpapier- und Börsenkommission SEC mitgeteilt. Die Wall-Street-Analysten waren nur von etwa 10 000 Stellenstreichungen ausgegangen, schrieb die US-Wirtschaftsagentur "Bloomberg".
Der weltgrößte Computerkonzern will Kosten senken, um mit rückläufigen Umsätzen und Gewinnen fertig zu werden. IBM will laut "Bloomberg" seine Kosten in diesem Jahr um bis zu zwei Milliarden Dollar senken. Etwa die Hälfte der gefeuerten Mitarbeiter hätten die Gesellschaft bereits verlassen. IBM streiche 1400 Stellen in seiner Halbleitersparte und weitere 14 213 Arbeitsplätze in anderen Geschäftszweigen. Die Mehrzahl der 14 213 Stellenstreichungen entfalle auf die globale Dienstleistungssparte erklärte IBM-Sprecherin Carol Makovich nach Darstellung der US-Wirtschaftsagentur. Die IBM Dienstleistungssparte Global Services bietet Unternehmen und anderen Großkunden IT-Dienstleistungen jeder Art an und beschäftigt 150 000 Mitarbeiter in 160 Ländern.
IBM will die PwC Consulting, die Consulting-Sparte des Wirtschaftsprüfers PricewaterhouseCoopers (PwC), für 3,5 Milliarden Dollar (3,56 Mrd Euro) kaufen, hatte der Computerriese vor wenigen Tagen angekündigt. Damit baut IBM seine Führung bei Informationstechnologie-Dienstleistungen weiter kräftig aus. Die PwC Consulting bringt rund 30 000 Mitarbeiter zu IBM. Die neuen Stellenstreichungen sollen bis Ende September vollzogen sein. Dann wird IBM nach Darstellung der Online-Ausgabe des «Wall Street Journal» vom Mittwoch noch 305 000 Beschäftigte haben. Die Zeitung zitierte eine Analystin, die damit rechnet, dass noch einige tausend Mitarbeiter mehr ihre Stellen verlieren könnten. Sie verwies auf den Kauf der PWC-Consultingsparte, wobei IBM nach sich überschneidenden Stellen Ausschau halten könnte. Die jetzigen Entlassungen schließen nach Angaben der Zeitung nicht den Transfer von 17 000 Mitarbeitern der Festplatten-Laufwerk-Sparte an ein Joint-Venture mit der Hitachi Ltd ein.
IBM hatte im zweiten Quartal auf Grund hoher Sonderbelastungen für Stellenstreichungen, der Restrukturierung seiner Chipsparte und dem geplanten Verkauf der Festplatten-Laufwerk-Sparte einen drastischen Gewinneinbruch erlebt. Hinzu kam die schwache Nachfrage. IBM verdiente im April-Juni-Abschnitt 2002 nur noch 56 Millionen Dollar (55,4 Mrd Euro) gegenüber einem Gewinn von zwei Milliarden Dollar in der Vorjahresvergleichszeit. Der Umsatz aus dem laufenden Geschäft schrumpfte gegenüber der Vorjahresvergleichszeit um sechs Prozent auf 19,7 Milliarden Dollar. Die IBM-Aktien notierten mit 71,90 Dollar gegenüber einem Zwölfmonatshoch von 126,39 Dollar. dpa

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