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IBMs "eLiza" soll sich selbt reparieren

27.04.2001 | 00:00 Uhr |

Der weltgrößte Computerkonzern IBM will
zur Entwicklung von intelligenten Rechnern ein Multi-Milliarden-
Projekt starten.

In den nächsten Jahren will das Unternehmen 25 Prozent seines
Forschungs-Budgets für die Entwicklung von Computern aufwenden, die
weitgehend ohne menschliche Hilfe arbeiten, teilte der
Technologiekonzern am Freitag in Stuttgart und Armonk (US-Bundesstaat
New York) mit.

In dem Projekt mit dem Namen «eLiza» will der Konzern in den
kommenden Jahren Entwicklungen bündeln, die IBM-Computer und Server
künftig mit automatischen Reparatur- und Wartungs-Eigenschaften
versehen. Ziel des Projekts sei es, die meisten, wenn nicht sogar
alle menschliche Interaktion mit Computern in Geschäftsprozessen
überflüssig zu machen.

IBM-Forscher erwarten bereits in rund fünf Jahren eine anwachsende
Krise in der Geschäftswelt. «Es gibt eine lächerlich kleine Zahl von
Menschen, die wirklich verstehen, ein E-Business am Leben zu halten»,
sagte Daniel Kaberon von der Personal-Agentur Hewitt Associates der
Online-Ausgabe der «New York Times». Angesichts der rasanten
Technologie-Entwicklung und einer schrumpfenden Zahl an gut
ausgebildeten System-Administratoren werde schon bald die Mehrzahl
der Unternehmen nicht mehr in der Lage sein, die immer komplexer
werdenden Computersysteme zu warten.

Das Projekt «eLiza» soll Möglichkeiten erforschen, wie künftig
hundertfach komplexere Computeranlagen durch intelligente Systeme
problemlos in Unternehmen eingesetzt werden könnten.

Unter dem Namen «Eliza» hatte der deutsch-amerikanische
Informatiker Joseph Weizenbaum in den sechziger Jahren im Rahmen
seiner Forschungen zur Künstlichen Intelligenz ein Computer-Programm
entwickelt, das einen Therapeuten simuliert, mit dem sich ein
menschlicher Anwender unterhalten kann.
dpa

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