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IBMs neuer Monsterrechner fertig

14.05.2003 | 12:00 Uhr |

Der weltgrößte Computerkonzern IBM hat nach vier Jahren Entwicklungszeit den derzeit leistungsstärksten Großrechner mit dem Codenamen T-Rex fertig gestellt.

Einer der ersten Einsatzorte des am Dienstag in San Francisco vorgestellten Großrechners "eServer z990" werde bei IBM Global Services in Boulder (US-Bundesstaat Colorado) sein, teilte IBM mit. "Damit stehen Großrechner erstmals nicht mehr nur großen Unternehmen zur Verfügung", sagte Hans-Jürgen Rehm von IBM Deutschland. IBM will so auch neue Kunden gewinnen und künftig je nach Bedarf Service- und Rechenleistungen "on demand" anbieten.

Großrechner werden traditionell für umfangreiche Datenbankanwendungen in großen Unternehmen, Finanzinstituten, Behörden oder Universitäten eingesetzt. Bei dem neuen "eServer z990" lassen sich erstmals einzelne Prozessoren und damit Rechenkapazitäten in Sekundenschnelle an- und abschalten. Dadurch sei zum Beispiel eine genaue verbraucherabhängige Abrechnung möglich, sagte Rehm.

Herzstück des Rechners ist ein handgroßes Chip-Modul, das insgesamt mehr als 3,2 Milliarden Transistoren enthält und halb so groß ist wie sein Vorgängermodell. Der Rechner verarbeitet bis zu 450 Millionen Internet-Transaktionen am Tag und könnte bei mehreren zusammengeschalteten Geräten das durchschnittliche wöchentliche Handelsvolumen an der New Yorker Börse bewältigen. Zur rund eine Milliarde US-Dollar (rund 865 Mio Euro) teuren Entwicklung des Rechners hat das IBM-Werk in Böblingen wesentlich beigetragen. 

IBM hielt im vergangenen Jahr nach Angaben des Marktforschungsinstituts IDC bei Großrechnern im Wert von über 250 000 US-Dollar einen Marktanteil von 24,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr, als IBM hier noch gleichauf mit Verfolger Hewlett- Packard lag, gewann das Unternehmen damit drei Prozentpunkte. Der "Server z990" soll ab dem 16. Juni 2003 verfügbar sein.

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