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ICANN will Steuer für Internet-Domains

18.12.2004 | 21:39 Uhr |

Die Internet-Verwaltung ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) will künftig zusätzliche Gebühren von Domain-Betreibern verlangen. Das kürzlich veröffentlichte "Revenue and Pricing Model" des "Request for Proposals" für die Neuvergabe der ".net"-Registry sieht die Zahlung von 75 US-Cent pro Domain und Jahr vor.

Marktbeobachter rechnen damit, dass längerfristig nicht nur .net-Adressen, sondern auch andere populäre TLDs (Top-Level-Domains) wie ".com" oder ".biz" betroffen sein könnten. Die bislang öffentlich nicht diskutierte Gebühreneinführung käme einer heimlichen Steuer gleich, die von keiner offiziellen Kontrollinstanz abgesegnet sei, bemängeln Kritiker. Alleine über die .net-Domain nehme die ICANN auf diese Weise zusätzlich zum bestehenden Etat vier Millionen US-Dollar jährlich ein. Eine Gebühr für .com-Adressen in gleicher Höhe würde sogar 34 Millionen US-Dollar pro Jahr in die Kassen der ICANN spülen.

Das Geld soll je zu einem Drittel in einen Fonds für Entwicklungsländer fließen, um diesen die Teilnahme an der "ICANN Mission" zu erleichtern, der Sicherheit und Stabilität des Internet-Systems "of unique identifiers" zu Gute kommen und in den generellen Topf der ICANN fließen. Damit wolle die Organisation die Sicherheit und Stabilität des Domain Name System gewährleisten.

Zurzeit finanziert die ICANN, die dem US-Handelsministerium unterstellt ist, ihr 15,8-Millionen-US-Dollar-Budget zu 75 Prozent aus Gebühren, die Registrare wie Register.com und GoDaddy.com zahlen. 25 US-Cent jährlich zahlen bereits die Eigentümer von Adressen der der TLDs .com, .net, .org, .biz, .info und .name.

Laut Experten will sich die ICANN durch die Gebühr zusätzliche Ressourcen schaffen, um sich besser gegen die International Telecommunications Union durchsetzen zu können. Die Behörde der Vereinten Nationen strebt nach mehr Kontrolle über den Betrieb des Internet.

Die nun erwogene Gebühr für .net-Domains soll offenbar im Juni 2005 eingeführt werden. Dann läuft der bestehende Vertrag mit dem Unternehmen Verisign aus, das die Domain zurzeit als Registry betreut.

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