Von Martin Haas - 22.12.2005, 10:06

IDC: Der Kostendruck bleibt bestehen

Konsolidierung und Preisdruck kennzeichnen die Entwicklung im deutschen IT-Markt auch in den nächsten zwölf Monaten. Die Umsätze legen wieder deutlich zu.
Deutsche Unternehmen stehen vor der Herausforderung, eine seit Jahren stagnierende Binnenkonjunktur, die von einer "Geiz-ist-geil"-Mentalität geprägt wird, durch Exporterfolge auszugleichen. Exportorientierte Branchen stehen unter enormem Wettbewerbsdruck, da zunehmend auch Schwellenländer wie China und Indien den Markt mit international wettbewerbsfähigen Produkten und Dienstleistungen bedienen.
Um im internationalen Wettbewerb zu bestehen, müssen deutsche Unternehmen ihre über Jahre eingefahrenen Prozesse und Strukturen aufbrechen. Es gilt, flexibel auf die wachsenden Herausforderungen zu reagieren. Die Investitionen in Informationstechnologie werden davon massiv beeinflusst: Anwender bewegen sich in Richtung einer dynamischen IT-Umgebung mit größerer Effizienz und besserer Unterstützung der Geschäftsprozesse. Vor diesem Hintergrund ist eine Fortsetzung des Trends zu standardisierten IT-Landschaften mit einer Forderung nach mehr Kostentransparenz zu beobachten. Darüber hinaus nimmt die Relevanz von Kosten-Nutzen-Betrachtungen zu.
Nach den mageren vergangenen Jahren rechnet IDC mit einem Wachstum des deutschen IT-Marktes von 4,5 Prozent auf 73 Milliarden Dollar im Jahr 2006. Diese Steigerung liegt deutlich über der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland, aber unter dem europäischen Schnitt.

Hardware

Im Hardwaresegment wird das Umsatzwachstum in erster Linie durch Notebooks getrieben. Die Wachstumsraten bei den Stückzahlen, insbesondere im Consumer-Umfeld, aber auch im Business-Bereich, werden durch den Preisrückgang in großen Teilen kompensiert. Aus diesem Grund ist für 2006 nur von einem Marktwachstum von 0,9 Prozent auszugehen. Charakteristische Merkmale des Hardwaresegments sind der intensive Wettbewerb und kontinuierlich sinkende Preise bei gestiegener Leistungsfähigkeit der Produkte. IDC erwartet, dass insbesondere die Akzeptanz von Blade-Servern weiter zunimmt, was den Preisverfall im Server-Segment beschleunigen wird. Auch im Speichermarkt sinken die Preise weiter.

Software

Das Jahr 2005 stand im Zeichen der Konsolidierung des Softwaremarktes, geprägt hauptsächlich durch Oracles Einkaufstour. Doch damit ist die Konzentration im Markt für Geschäftsanwendungen noch nicht abgeschlossen. Anbieter von Enterprise-Resource-Planning-Software (ERP) werden ihr Portfolio weiter ergänzen, kleinere Spezialisten übernehmen und ihr Angebot ausbauen, um ihren Kunden eine umfassende Suite anbieten zu können. Best-of-Breed-Anbieter haben es immer schwerer, da das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten ohne großen Integrationsaufwand möglich sein sollte.
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