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IFA wird digital

01.09.2003 | 15:58 Uhr |

Die Internationale Funkausstellung ändert ihr Profil und wird ihrem Namen nicht mehr gerecht. International ist die Messe ohne Frage, doch ist das vernetzte Heim das zukunftweisende Thema auf der Messe.

Röhrenmonitore sind Dinosaurier aus vergangenen Tagen. Flache TFT- und Plasmamonitore sind in großer Anzahl zu bestaunen. Superlativen gibt es einige, beispielsweise den größten Plasma-Bildschirm der Welt. Ganze 71 Zoll, also rund 1,80 Meter Diagonale misst dieser Bildschirm von LG-Electronics. Während sich für Formate bis rund 37 Zoll TFT-Displays etablieren dürften, werden nach Branchenmeinung für größere Formate Plasma-Bildschirme durchsetzen. Indes sind Plasma-Displays nicht für die Ewigkeit gebaut und ihre Technik noch recht jung. Plasmabildschirme verwenden wie Röhrenmonitore eine Phospor-Schicht, die sich nach einigen Jahren abnutzt - bei einem Preis eines Kleinwagens für diese Megaglotzen ist dies ein entscheidender Nachteil.

Festplatte im Videorekorder

VHS-Videorecorder zu zeigen wäre reaktionär. Wer heutzutage Filme aufnehmen will, der macht dies entweder mit DVD-Rekordern oder mit digitalen Videorekordern, denen eine Festplatte eingebaut ist. Viele Rekorder vereinigen gar DVD und integrierte Festplatte, einige bieten eine Firewire-Schnittstelle, um Filme von Videokameras direkt zu überspielen.

Multimedia Home Platform

Multimedia Home Platform (MHP) ist eine Technologie, die in Zukunft ebenso bekannt sein werden dürfte wie es heute der betagte Videotext ist. Alle großen Fernsehsender bieten schon Zusatznutzen über die vor rund zwei Jahren vom Fraunhofer Institut präsentierte MHP. Bislang mangelt es aber an Receivern, die diesen Standard auf den heimischen Bildschirm bringen. Auf der IFA zeigen nun alle namhaften Hersteller Settop-Boxen und Apparate mit eingebautem MHP-Receivern, die auch digitales Fernsehen und Radio empfangen. Auch Nokia mischt mit und zeigt eine ganze Produktpalette von passenden Erweiterungen.

Mobil telefonieren wird altmodisch

Telefonieren wird bei Mobiltelefonen immer mehr zur Nebensache. Stattdessen sind Bilder, am Besten bewegte, die Zukunft der Begleiter im Handy-Format. Laut einer Studie von IDC sind 2002 ganze 20 Millionen Camera-Phones, also Mobiltelefone mit integrierter oder aufsteckbarer Digitalkamera, über den Ladentisch gewandert. Das sind etwas weniger als Digitalkameras. Nach einer Prognose sollen 2006 rund 140 Millionen Camera-Phones verkauft sein, im Gegensatz zu schätzungsweise 40 Millionen Digitalkameras bedeutend mehr. Die Evolution des Mobiltelefons vollzieht sich laut Nokia in folgenden Schritten: Von Sprachübermittlung und Text über Foto und Videoclips bis zum Streaming von Videos und als Höhepunkt das Life-Video.

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