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IP-TV: Milliardengeschäft der Zukunft

04.01.2008 | 10:23 Uhr |

Die Zukunft der digitalen Unterhaltungselektronik ist eng mit IP-TV verknüpft. In der Trend-Studie des Bitkom werden die Marktchancen von IP-TV beleuchtet.

IP-TV steht für Verbreitung von TV-Signalen über Breitbandnetz DSL oder VDSL auf Basis der Internet Protokolle (IP). Und das Fernsehen über das Internetprotokoll (IP-TV) steht vor dem baldigen Durchbruch, dessen ist sich der Bitkom in seiner Trend-Studie "Die Zukunft der digitalen Unterhaltungselektronik" sicher.

Bis 2012 könnten demnach rund 2,5 Millionen Haushalte in Deutschland IP-TV nutzen. Damit etabliert sich ein weiterer TV-Übertragungsweg neben Kabel, Satellit und Antenne. IP-TV hat erhebliches Potenzial, zu einem Erfolg zu werden.

Bis zum Ende 2007 nutzen voraussichtlich rund 100.000 Haushalte in Deutschland einen IP-TV-Anschluss. 2012 werden es nach einer Prognose von Goldmedia in Kooperation mit BITKOM mit 2,5 Millionen bereits 25 Mal so viele sein.

Im Vergleich zu anderen EU-Ländern liegt Deutschland beim Fernsehen per Internetprotokoll derzeit zurück. So gibt es etwa in Frankreich schon jetzt rund zwei Millionen IP-TV-Kunden. Auch Italien und Spanien sind deutlich weiter. Die Einführung von IP-TV verläuft in Deutschland auch vermutlich aus verschieden Gründen bisher langsamer: zum einem sind schon die bisherigen Angebote in Deutschland recht vielfältig, zum anderem fokussierte sich der Ausbau bisher auf Ballungsräume. Ausschlaggebend für die Penetration von IP-TV sind daher neben einer breiteren Verfügbarkeit der Dienste vor allem die Steigerung der Bekanntheitund ein attraktiver Preis.

Ende 2007 werden in Deutschland voraussichtlich ca. 17,9 Mio. Haushalte über DSL-Leitungen verfügen. Bis 2010 soll die Zahl auf 25 Mio. steigen, was weitere Impulse in den Markt gibt.

Angeboten wird IP-TV fast immer als Triple-Play, also zusammen mit Telefon- und Internetanschluss. Im Basispaket sind in der Regel die gängigen Free-TV-Programme wie ARD, RTL und Sat1 enthalten. Für einen Aufpreis lassen sich Premium-Sender wie etwa Premiere hinzubuchen. Zum Empfang wird für gewöhnlich eine Set-Top-Box benötigt. Sie bringt das Signal auf den Fernseher.

Im Unterschied zum traditionellen TV-Empfang gibt es beim Fernsehen über das Internetprotokoll nahezu keine Kapazitätsengpässe. Theoretisch lässt sich eine unbegrenzte Anzahl von Programmen übertragen.

Kunden können zudem interaktive Zusatzdienste nutzen. Dazu gehören beispielsweise Einzelabrufe von Film- und Fernsehsendungen, Abstimmungen oder Chats. Auch interaktive Werbeformen werden möglich.

Laut Angaben der Bundesnetzagentur und der Deutschen Telekom waren in Deutschland im Jahr 2002 insgesamt 3,2 Millionen DSL-Anschlüsse in Betrieb genommen. Deren Zahl lag 2005 bereits bei 10,4 Millionen, 2006 waren es 10,4 Millionen und 2006 waren es 13,8 Millionen. In diesem Jahr liegt die Zahl der DSL-Anschlüsse bei 17,9 Millionen und für 2010 werden 25 Millionen Anschlüsse prognostiziert.

Bei Breitband-Anschlüssen werden 2008 laut EITO/Bitkom bereits 54 Prozent der Haushalte eingebunden sein. Im Jahr 2003 waren es erst 12 Anschlüsse pro 100 Haushalte. Deren Zahl stieg im Lauf der vergangenen Jahre rapide. 2004 waren es 18 Prozent, 2005 bereits 27 Prozent, 2006 schon 37 Prozent und in diesem Jahr liegt der Breitband-Anteil bei 46 Prozent.

In der nächsten Folge betrachten wir, welche UE-Produkte im Zuge der Digitalisierung gewinnen und welche verlieren werden. (go)

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