1054512

Vorrat alter IPv4-Adressen 2011 aufgebraucht

19.10.2010 | 09:51 Uhr |

Dem Internet gehen die Adressen nach dem IPv4-Standard aus, das ist hinlänglich bekannt. Das Geschäft mit IPv6 kommt nur allmählich in Gang.

IPv6 Logo
Vergrößern IPv6 Logo

Damit drängt die Zeit für den Umstieg auf den Nachfolgestandard IPv6, der etwa 79,2 Quadrilliarden mal mehr Internet-Adressen bietet. Doch viele Unternehmen sind noch träge. "Das Interesse seitens der Kunden ist viel zu gering", sagt Axel Föry, Director Borderless Networks Architecture bei Cisco DACH, im Gespräch mit pressetext. Dabei erspart ein zeitgerechter Umstieg eine kostspieligen Doppelbetrieb.

Das Ende naht

Der verbleibende Vorrat an IPv4-Adressen war erst vor neun Monaten auf unter zehn Prozent gefallen (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/100120002/) und hat sich nun wieder halbiert. Wenn schließlich nur noch fünf von ursprünglich 256 großen Adressblöcken verbleiben, wird jeder RIR einen letzter Block zugewiesen. Damit ist laut NRO für Anfang 2011 zu rechnen. "Dann dauert es je nach Region bis zu zwölf Monate, bis alle Adressen von an Kunden weitervergeben wurden", meint Föry. Dann aber ist der IPv4-Vorrat endgültig erschöpft.

"Das Thema betrifft jeden. Auch, wer im eignen Unternehmen noch lange genug IPv4-Adressen hat, wird mit IPv6 von außerhalb kommunizieren können müssen", betont der Cisco-Experte. Seiner Erfahrung nach ist das Interesse am neuen Adressstandard in den letzten Monaten zwar gestiegen, doch für wirklich zeitgerechte Umsetzung wird es bereits knapp. Denn für einen sinnvollen IPv6-Umstieg sind etwa 18 Monate zu veranschlagen, so Föry.

Jetzt oder zu spät

Angesichts der aktuellen Prognose ist wahrscheinlich, dass in anderthalb Jahren neue Internetadressen nur noch im IPv6-Format zu bekommen sind. Wenn ein Unternehmen seine existierende IT-Infrastruktur bis dahin noch nicht auf den neuen Standard umgestellt hat, muss es mit IPv4 und IPv6 doppelgleisig fahren. "Ein Doppelbetrieb bedeutet auch doppelte Kosten", warnt der Experte.

Ein Hoffnungsschimmer ist, dass IPv6 nach NRO-Statistiken endlich an Fahrt gewinnt. Die RIRs werden dieses Jahr voraussichtlich mehr als 2.000 IPv6-Adressblöcke vergeben. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein Zuwachs von über 70 Prozent. Allerdings hat der neue Standard auch potenzielle Schattenseiten. Föry verweist darauf, dass jeder Mensch problemlos eine eigene IPv6-Adresse bekommen könnte. "IPv6 wird die Person sichtbarer machen", meint er. Zu großen Unternehmen, die sich bereits auf das IPv6-Zeitalter eingestellt haben, zählen Google und Facebook.

(pte)

0 Kommentare zu diesem Artikel
1054512