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ISSCC: IBM gibt nähere Details zum Power5 bekannt

17.02.2004 | 13:11 Uhr |

Wie Heise berichtet hat IBM auf der momentan stattfindenden ISSCC (IEEE International Solid-State Circuits Conference) neue Details zu seinem Prozessor Power5 genannt, der neben dem 970FX IBMs Highlight auf der Konferenz ist.
Durch das SMT (Simultanes Multithreding, eine CPU gibt sich als zwei virtuelle Prozessoren aus, um eine bessere Auslastung zu erreichen) schafft IBM "etwa 20 Prozent Leistungszugewinn". Das Speicher-Subsystem wurde verbessert und der L2-Cache von 1.3MB auf 1.9MB bzw. der L3-Cache von 32MB auf 36MB vergrößert, außerdem wurde der L3-Cache besser angebunden als beim Power4. darüber hinaus hat IBM jetzt auch den Speichercontroller auf dem Chip integriert (wie es AMD mit dem Opteron und dem Athlon64 FX gemacht hat), was die Latenzzeiten beim Speicherzugriff deutlich reduziert und die maximale Anzahl an CPUs in einem System von 32 auf 64 verdoppelt.
Die ursprünglich vermuteten 2GHz schafft er nicht, er ist noch mit 1.5GHz getaktet und in 130nm hergestellt, eine Migration auf 90nm und damit eine deutliche Taktsteigerung ist in den nächsten Monaten wohl unausweichlich angesichts IBMs sehr fortschrittlichem 90nm-Prozess, in dem der 970FX ja schon gefertigt wird.


Durch all diese Verbesserungen gibt IBM in "vielen Anwendungsfällen" einen Zugewinn von 40 Prozent im Vergleich zum Vorgänger an. Das ist an sich nicht schlecht, weicht aber doch deutlich von den " vier mal schneller " ab, die IBM als Zielsetzung für das Power5-Design im Vorfeld mehrmals verlauten lies. Grund ist wohl schlicht und einfach die Taktfrequenz, wenn der 276 Mio Transistoren beherbergende Chip bald mit 2GHz läuft wird er zwar wohl immer noch keine 400 Prozent eines Power4 schaffen, aber wohl immerhin deutlich mehr als doppelt so viel.
Der Power5 wird wie der Power4 in einem etwa ZIP-Disk-grossen MCM (Multi-Chip-Module) ausgeliefert, auf dem 4 Power5 Dualcores plus L3-Cache sitzen.


Es ist davon auszugehen, dass IBM wie beim Power4 auch vom Power5 eine abgespeckte Version machen wird, die Apple auch verbauen wird. In der Gerüchteküche ist immer wieder zu hören, dass diese gar nicht so lang auf sich warten lassen wird (zwischen Power4- und Power970-Vorstellung lagen immerhin fast 2 Jahre) und dass diese im Gegensatz zum Power970 alias G5 sogar weiterhin ihre Dualcores behalten wird. Ob Apple dann dank dem großen Einsparungspotential nur noch einzelne Dualcore-CPUs statt zwei realer Chips wie bisher verbaut kann allerdings nur vermutet werden, aber ein Dual-Dualcore-Modell würde sich am oberen Ende der Produktpalette sicherlich auch gut machen. Hierbei stellt allerdings die Software ein Problem dar, denn wenn schon vergleichsweise wenige Programme Dual-CPU unterstützen sieht es bei Quad- oder gar Octa-CPU (SMT!) noch karger aus in der Softwarelandschaft: Adobes SMP-unterstützende Produkte wurden jedenfalls nur für 2 CPUs entwickelt, lediglich Nutzer von Lightwave und Cinema4D werden sich freuen, und auch Apples Pro-Software wird dies gegebenenfalls natürlich unterstützen.

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