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Im Rennen um die Nachfolge der DVD steigen die Chancen von Blu-Ray

07.01.2008 | 13:03 Uhr |

Im Wettstreit um die Nachfolge der DVD sind die Chancen auf einen Durchbruch des Standards Blu-Ray gestiegen.

Das US- Filmstudio Warner Bros., das bisher seine Filme in beiden rivalisierenden Formaten veröffentlichte, hat sich ausschließlich für die Blu-ray Disc entschieden. Damit wird der andere Standard für Video in hoher Auflösung, HD DVD, in Hollywood nur noch von zwei großen Studios unterstützt: Universal und Paramount. Da nun Warner, Sony, Disney, und 20th Century Fox hinter Blu-ray stehen, könnte nach Branchenkennern die kritische Masse erreicht sein, die diesen Standard zum Sieger in dem seit mehreren Jahren andauernden Formatstreit macht. Der Schritt von Warner kommt für das HD-DVD-Lager zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt, dem Start der tonangebenden Elektronik-Messe CES (Consumer Electronics Show), die vom 7. bis 10. Januar in Las Vegas veranstaltet wird. Als Eröffnungsredner sollte traditionell und zum letzten Mal am Sonntagabend Microsoft-Mitgründer Bill Gates auftreten. Die für Sonntag angesetzte Pressekonferenz der HD-DVD- Gruppe wurde kurzerhand abgesagt. Man wolle nun zunächst die Folgen der Warner-Entscheidung prüfen, hieß in einer knappen Erklärung. «Die Verbraucher haben sich klar für Blu-ray entschieden», betonte der Präsident von Warner Home Entertainment, Kevin Tsujihara, in einer Erklärung am Freitag. Der Formatstreit habe die Verbraucher verunsichert und damit die Ausbreitung von Video in hoher Auflösung (High Definition, HD) gebremst. US-Marktforschern zufolge hatten HD- Medien 2007 nur einen Prozent Marktanteil.

Unter amerikanischen Industriebeobachtern ist nach der Entscheidung von Warner eine Diskussion darüber ausgebrochen, ob der Formatkrieg nun zugunsten von Blu-ray entschieden sei. Bisher waren beide Lager so groß, dass sich kein Sieger abzeichnete. Erst im August hatte das Filmstudio Paramount, dass auch Filme von DreamWorks Animation veröffentlicht, sich für HD DVD statt Blu-ray entschieden. Ein wichtiges Argument für die HD DVD ist auch die Unterstützung des Softwareriesen Microsoft. Die entscheidende Frage dürfte nun sein, ob die beiden verbliebenen großen Hollywood-Studios an dem HD-DVD-Format festhalten. Dem «Wall Street Journal» zufolge erlaubt beispielsweise der Vertrag von Paramount mit der HD-DVD-Gruppe dem Filmstudio, zum Jahresende auf Blu-ray umzusteigen.

Film- und Elektronikbranche kommen verstärkt unter Druck, schnell eine DVD-Nachfolge für Video in hoher Auflösung zu etablieren und den Kampf der Formate zu beenden. Denn der Verkauf von Videofilmen auf DVDs oder HD-Medien erhält zunehmend Konkurrenz durch Internet- Downloads. Der Chef des Warner-Filmstudios, Barry Meyer, warnte, HD- Discs könnten ihre Zukunft verspielen, wenn das Format-Wirrwarr andauere. Die beiden Standards sind nicht miteinander kompatibel. Es gibt zwar einige wenige Geräte, die sowohl Blu-ray als auch HD DVD abspielen können, sie kosten aber zum Teil mehr als zwei unterschiedliche Player für die beiden Formate zusammen. Die Industrie glaubt, dass die Konkurrenz der beiden Formate die Verbraucher davon abhält, Abspielgeräte und Filme zu kaufen, weil sie Angst haben, sich für den Verlierer des Rennens zu entscheiden. Einige Marktbeobachter weisen aber auch darauf hin, dass viele Verbraucher möglicherweise vorerst mit der DVD-Qualität zufrieden sind. Die HD-DVD-Technologie ist etwas günstiger, während die Blu-ray Disc mehr Kapazität bietet. Ein möglicherweise entscheidender Faktor für den Ausgang des Formatstreits ist die Spielekonsole PlayStation 3. Das Sony-Gerät hat ein eingebautes Blu-ray-Laufwerk. Deshalb wurden zwar mehr Abspielgeräte des HD-DVD-Formats fürs Wohnzimmer verkauft, beim Absatz der Medien hat aber Blu-ray die Nase vorn. Tsujihara zufolge entfallen auf Blu-ray in Großbritannien 75 Prozent der Verkäufe von HD-Discs und in Japan sogar 90 Prozent. Ein Nachfolgeformat für die weit verbreitete DVD ist notwendig, weil sie nicht genügend Kapazität hat, um Filme in hoher Auflösung zu speichern. Film- und Elektronik-Industrie hoffen auf ein großes Geschäft beim Übergang zur höheren Bildauflösung, da dafür neue Fernseher, Player und Speichermedien benötigt werden. (dpa)

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