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Immer feste swapen!

17.10.2001 | 00:00 Uhr |

Nicht nur ein größerer Speicherbaustein verhilft Mac-OS X zu mehr Performance, sondern auch eine feste Partition für den virtuellen Speicher.

München/Macwelt - Zur Zeiten von Tiefpreisen auf dem Speichermarkt geht Apple doch eher geizig mit der RAM-Bestückung seiner Maschinen um. Bei einer Standardausstattung des Großteils der Macs mit nur 128 MB kann sich auch das Arbeiten mit Mac-OS X etwas zäh gestalten. Möchte man aber dennoch mehrere Programme gleichzeitig nutzen, wird schnell virtueller Speicher von Nöten. Anders als unter dem klassischen Mac-OS macht man sich allerdings im neuen Apple-Unix vergeblich auf die Suche nach dem Kontrollfeld "Speicher", in dem man die Größe des Festplattenbereichs, den man als RAM-Ersatz nutzen möchte, einstellen kann. Da unter der Haube von Apples neuem Betriebssystem ein Unix-Herz schlägt, geht das Betriebssystem einen anderen Weg in der Beschaffung von zusätzlichen Speicher. Klassische Unix-System verwenden in der Regel die Swap-Technologie, die laufende Prozesse zwischen dem Hauptspeicher und dem virtuellen Speicher je nach Priorität und Speicherplatz hin- und herschiebt.

Wenn der Speicher knapp wird


Der virtuelle Speicher unter Mac-OS X setzt auf das so genannte Paging: Das System behält auch inaktive Prozesse im RAM und swapt erst dann, wenn der Speicher knapp wird. Im Zuge der Auslagerung gelangt aber nicht der gesamte Prozess, sondern nur bestimmte Verzeichnisse, die Pages, in den virtuellen Speicher. Benötigt nun ein Prozess bestimmte ausgelagerte Informationen, holt er sich diese von der Swap-Partition. Diesen Vorgang bezeichnet man als Page-in und die Auslagerung als Page-out. Der Vorteil dieses Systems: Applikationen, die während der laufenden Sitzung bereits liefen, starten nun schneller. Bei einem nochmaligen Aufrufen eines Programms muss das System bestimmte Bibliotheken nicht mehr erneut laden. Dieser Geschwindigkeitsschub bei Startvorgängen kann sich aber auch leicht nachteilig auswirken, da Verzeichnisse von abgestützten Programmen nach deren abrupten Beendigung immer noch Speicherplatz im RAM belegen, der Speicherplatz verringert sich so relativ schnell. Betrachtet man unter der Konfiguration mit 128 MB Arbeitsspeicher die von System durchgeführten Page-ins und Page-outs stellt man fest, dass es nahe zu sofort zu einer Auslagerung von Pages kommt.
Einfach nachvollziehen lässt sich dies über das Terminal-Programm von Mac-OS X. Startet man dieses und gibt den Unix-Befehl "top" ein, erhält man einen Überblick über alle laufenden Prozesse, der Prozessoren- und Arbeitsspeicherausnutzung, Zusammensetzung von virtuellen und physikalischen Speicher und die Anzahl der Ladungen (Page-ins) und Auslagerungen (Page-outs)

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