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Social Networking setzt Höhenflug fort

17.01.2008 | 10:16 Uhr |

Das Online-Phänomen Social Networking wird seinen Höhenflug aus dem vergangenen Jahr auch 2008 fortsetzen. Laut einem aktuellen Bericht des Informationsdienstleisters Experian tragen vor allem die wachsende Zahl an spezialisierten Plattformen sowie die voranschreitende Kommerzialisierung der Services zu dem anhaltenden Wachstum bei.

Erst kürzlich ging zum Beispiel die Networking-Plattform SagaZone online. Das Portal richtet sich explizit an Nutzer über 50 Jahren, die ebenfalls zunehmend Interesse an Social Networking zeigen. Es bietet wie die populären Plattformen MySpace und Facebook die Möglichkeit, ein eigenes Profil zu erstellen, zu bloggen oder sich in Foren auszutauschen. Die Experten raten den Unternehmen, solche spezifischen Gruppen zu erkunden, um so genannte "Super Advocates" - Personen, die gut beeinflussbar und besonders Web-aktiv sind - zu lokalisieren. Dabei sei es wichtig, so vorzugehen, dass diese Schlüsselfiguren nicht verschreckt werden, beispielsweise durch aggressive Geschäftsmodelle.

In diesem Jahr sollen aber nicht nur spezialisierte Angebote, sondern auch die großen, etablierten Portale weiter zulegen. Bei MySpace, Facebook und Bebo sind eine Reihe an Verbesserungen zu erwarten, etwa was die Suche und die Organisation der Netzwerke betrifft. Das Karrierenetzwerk Xing hat sich für 2008 ebenfalls hohe Ziele gesetzt. "In den kommenden Monaten wird sich das Unternehmen unter anderem auf die Integration der Tochtergesellschaft Neurona sowie auf die Migration der akquirierten Mitglieder konzentrieren. Die langfristige Ausrichtung an den Mitgliedern hat für uns Priorität", heißt es aus dem Unternehmen gegenüber pressetext. So sei geplant, die Basis- als auch die Premium-Mitgliedschaft kontinuierlich aufzuwerten. "Ausgewählte Features, die heute nur Premium-Mitgliedern vorbehalten sind, werden in Zukunft Basis-Mitgliedern zur Verfügung stehen."

In punkto Beliebtheit wechseln sich die großen Social Networks in den verschiedenen Ländern gegenseitig ab. Im November war Facebook beispielsweise die populärste Plattform in Großbritannien, während im deutschsprachigen Raum noch immer MySpace die Nase vorn hat. Laut ComScore-Erhebungen erreichten alle Social Networks zusammen in dem Zeitraum ein Publikum von rund 25 Mio. Unique Usern. Um am Ende erfolgreich zu sein, müssten sich die Firmen auf jeden Fall mit dem Begriff Web 2.0 auseinandersetzen und das gesamte Umfeld verstehen. "Man schaue nur auf einige Marketingausrutscher im vergangenen Jahr, wo Social-Networking-Nutzer abgegriffene Kampagnen erkannt und regelrecht in Stücke zerfetzt haben", gibt Tony Mooney, geschäftsführender Teilhaber von Experian, zu bedenken. Diese Unternehmen hätten die Kultur des Web 2.0 nicht zu würdigen gewusst und im Gegenzug den Preis dafür bezahlen müssen. (pte/hal)

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