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In 24 Tagen um die Welt: 11. Dezember

11.12.2005 | 00:00 Uhr |

Immer dichter kommen wir an die Datumsgrenze auf unserer Reise westwärts. Heute stoppen wir auf Hawaii, dem Ursprungsort so schöner Dinge wie dem Hawaii-Hemd oder dem Hawaii-Toast. Was uns wieder zu Lord Sandwich führt, dem Erfinder des britischen Butterbrots...

Satellitenbild der Hawaii-Inseln
Vergrößern Satellitenbild der Hawaii-Inseln

Die Südlichen Sandwichinseln kennen Sie ja bereits – von unserem Besuch am 3. Dezember – und auch die Legende um Lord Sandwich, dem angeblichen Erfinder des britischen Butterbrots. Heute besuchen wir sozusagen die „nördlichen“ Sandwichinseln. Auch diesen Namen hat die Inselkette dem Seefahrer und Entdecker James Cook zu verdanken, der am 18. Januar 1779 auf der „Garteninsel“ Kauai landete. Cook zeigte sich großzügig und ließ einige Nutztiere auf der Insel zurück, Mitglieder seiner Crew überdies einige sexuell übertragbare Krankheiten. Innerhalb von 80 Jahren wurde so die polynesischstämmige Bevölkerung um 80 Prozent dezimiert. Ein Jahr später, 1780, besuchte James Cook erneut Hawaii, er und seine Mannschaft werden von den Einheimischen aber nach einigen Missverständnissen und Auseinandersetzungen getötet.

James Cooks Ende
Vergrößern James Cooks Ende

Doch Hawaii war schon viel früher „entdeckt“ worden: Zu der Zeit, als in der alten Welt das Römische Reich unterging, besiedelten bereits die ersten Polynesier Hawaii, vermutlich 1527 betrat mit Juan Gaetano der erste Europäer den vulkanischen Boden der Inseln. Unrühmlich ist die Einflussnahme der Vereinigten Staaten, deren 50. Bundesstaat Hawaii seit 1959 ist. Bis 1894 war Hawaii ein Königreich, das den Vereinigten Staaten zahlreiche Vergünstigungen einräumte, darunter den Bau und die territoriale Kontrolle des Marinestützpunkts Pearl Harbor. Mit Unterstützung der USA und ansässiger Plantagenbesitzer putschten einige Hawaiianer gegen Königin Liliuokalani und riefen die Republik Hawaii aus, die nur vier Jahre existierte: 1898 annektierten die USA die Inselkette und sorgten mit einer aggressiven Siedlungspolitik dafür, dass die Ureinwohner zur Minderheit im eigenen Land wurden. So ist das Ergebnis des Volksentscheids von 1959 nicht überraschend, als sich eine Mehrheit der Hawaiianer für den Anschluss an die USA als Bundesstaat entschieden. 100 Jahre nach dem Putsch hat sich das politische Washington für sein damaliges Handeln entschuldigt.

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