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In 24 Tagen um die Welt: 19. Dezember

19.12.2005 | 00:00 Uhr |

...Paris liegt an der Seine, doch dass ich so verwirrt bin, das find ich gar nicht schön. Gerne würden wir heute in Indien stoppen, aber leider passt Indien seine Zeit unserer 24-teiligen Reise nicht an. Darum folgen wir dem Ganges zur Mündung und spielen heute mit einer wohl bekannten Raubkatze.

Nepal - Hier ticken die Uhren anders
Vergrößern Nepal - Hier ticken die Uhren anders

Heute müssen wir uns entschuldigen. Bei Ihnen, liebe Leser, weil wir Ihnen einige hoch interessante Zeitzonen auf unserer Reise um die Welt einfach unterschlagen haben. Zum Beispiel das „rote Zentrum“ in Australien: In Alice Springs ticken die Uhren 30 Minuten hinter der Sydney-Zeit, die Südseeinselstaat Kiribati hat im Millennium-Fieber kurzerhand die Datumsgrenze verlegt, auf der Weihnachtsinsel gilt seit 1999 eine Differenz von +14 Stunden zu London. Und auf dem „Dach der Welt“ in Nepal gilt mit +5:45 Stunden zur Universalzeit UTC eine politisch gewollte krumme Zeit, um sich gegen Indien abzugrenzen, das mit UTC+5:30h auch schon aus der Reihe fällt.

Gerne hätten wir Ihnen von der einzigen Straßenbahn in Indien berichtet und Sie darüber aufgeklärt, dass Kalkutta seit 2001 phonetisch genauer Kolkata heißt, aber wir müssen konsequent bleiben. Das indische Parlament in Neu-Delhi hat auf unsere Eingabe, für uns heute landesweit die Uhren um eine halbe Stunde vorzustellen, gar nicht reagiert. So müssen wir uns nach einem anderen Flecken Erde umschauen, auf dem die Zeitdifferenz zu Greenwich plus sechs Stunden beträgt.

Heilendes Bad im Dreck?
Vergrößern Heilendes Bad im Dreck?

Und wir werden fündig – so zusagen gleich um die Ecke – und bleiben am Ganges. Dieser heilige Strom hat zahlreiche Mündungsflüsse, Kolkata liegt am westlichsten, dem Hugli, der Großteil der Mündung liegt in Bangladesh und damit in der von uns heute besuchten Zeitzone. Hier „heiratet“ der Ganges den ebenfalls aus dem Himalaja kommenden Brahmaputra und entwickelt ein riesiges Mündungsdelta, hier gibt es den weltgrößten Mangrovenwald, die Sundarbans.

In diesem UNESCO-Weltnaturerbe ist der angestammte Platz des Bengalischen Tigers, der mittlerweile vom Aussterben bedroht ist, weil auch die Sundarbarns gefährdet sind durch die Klimaveränderung und dem damit steigenden Meeresspiegel sowie den massiven Verschmutzungen des Ganges. Das nach Hindu-Glauben die Sünden reinigende Bad in diesem Fluss ist wegen Schwermetallbelastung und organischer Verschmutzung ein ernst zu nehmendes Gesundheitsrisiko nicht nur für den Menschen.

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