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In 24 Tagen um die Welt: 20. Dezember

20.12.2005 | 00:00 Uhr |

Am zweiten Weihnachtstag jährt sich eine der größten Katastrophen der Menschheit zum ersten Mal: Das Seebeben vor Sumatra und der darauf folgende Tsunami kostete 230.000 Menschen das Leben. Unser heutiges Ziel, die Malediven, hat die Welle auch getroffen.

Die Welle trifft auf das Festland
Vergrößern Die Welle trifft auf das Festland

Auf einmal ist die Welle da. So eine Katastrophe hat die Inselgruppe im Indischen Ozean seit Menschengedenken nicht erlebt. Am zweiten Weihnachtstag des vergangenen Jahres bebt die Erde unter dem Indischen Ozean westlich von der Nordspitze Sumatras. Hier schiebt sich die indisch-australische Platte unter die eurasische Platte – und das am 26. Dezember 2004 mit einem gewaltigen Ruck, der die zerstörerische Kraft von über 2100 Hiroshima-Bomben hat. Viereinhalbtausend Kilometer vom Epizentrum entfernt, auf den Malediven, unserem heutigen Stopp, ist zwar das Beben an sich nicht mehr wahrzunehmen. Doch als Folge des gewaltigen Bebens hat sich eine „Monsterwelle“ entwickelt, die über den Indischen Ozean rast und sogar an der ostafrikanischen Küste, insbesondere in Somalia, einige hundert Menschenleben auslöscht. Insgesamt kostet das vom Schadensgebiet her betrachtet größte Beben nach Schätzungen 230.000 Menschen das Leben, 1,7 Millionen werden obdachlos. Das entspricht der Bevölkerungszahl von Hamburg.

Die Gefahr lauert nur am Ufer
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Dabei sind die Malediven noch relativ glimpflich davon gekommen. Ein Tsunami kann seine zerstörerische Kraft nur dann voll entfalten, wenn die zunächst über 100 Kilometer lange, aber nur wenige Meter hohe Welle im Uferbereich des Kontinentalschelfs gestaut wird. Einfach ausgedrückt sind die Malediven, die geologisch gesehen Gipfel einer vulkanischen Gebirgskette sind, „bloß“ überspült worden. 82 bestätigte Todesfälle haben die Behörden in der Hauptstadt Malé gemeldet, weitere 26 Menschen gelten als vermisst.

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