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In 24 Tagen um die Welt: 24. Dezember

24.12.2005 | 00:00 Uhr |

Es ist der Heilige Abend, wir sind zwar noch nicht ganz zu Hause angekommen, um am Tannenbaum die Kerzen zu entfachen, aber immerhin schon in der eigenen Zeitzone. Genauer gesagt in Rom.

Blick auf Rom
Vergrößern Blick auf Rom

Rom ist eine gar nicht mal so ewige Stadt, wie wir gestern im Vergleich mit Jerusalem gelernt haben. Dafür gilt Rom als die Wiege der Christenheit, die heute die Feierlichkeiten für ihren zweithöchsten Feiertag beginnt. Denn an der Spitze der christlichen Feiertage steht Ostern, das an Christi Auferstehung erinnert und nicht Weihnachten, das wenig zufällig mit der Wintersonnenwende zusammen fällt. Kelten und Germanen war der Wendepunkt der scheinbaren Sonnenlaufbahn vor dem Himmelshintergrund ein wichtiger Termin, endlich hörten die Tage auf kürzer zu werden und versprachen die baldige Rückkehr des Lichts. Den Missionaren der ersten nachchristlichen Jahrhunderte sahen in Integration der alten Feste und Bräuche ein hohes strategisches Potential, weswegen sie die Feierlichkeiten zu Christi Geburt kurzerhand auf den Winter verlegten. Zuvor feierten die frühen Christen das Geburtstagsfest von Gottes Sohn zu unterschiedlichen Terminen, die Überlieferungen sprechen vom 6. Januar, dem 20. April, dem 20. Mai oder dem 18. November. Auch der September muss in einigen Gemeinden favorisiert gewesen sein, denn Katholiken haben am 8. Dezember Mariä Empfängnis in ihrem Kalender stehen.

Verhalf dem Christentum zum Aufstieg – Kaiser Konstantin
Vergrößern Verhalf dem Christentum zum Aufstieg – Kaiser Konstantin

Bevor Kaiser Konstantin dem römischen Reich im Jahr 313 das Christentum als Staatsreligion verordnete, war unter den Einwohnern des zerbrechenden Weltreichs der Mithras-Kult populär geworden. Anders als in der von den Griechen einst übernommen Vielgötterei huldigte der Kult einer zentralen Gottheit, Mithras. Dessen Geburtstag feierte die Glaubensgemeinschaft am Tag der Wintersonnenwende, der nach dem unpräzisen julianischen Kalender im zweiten Jahrhundert auf 25. Dezember fiel. Die Zeugen von Mithras Geburt sollen Schafhirten gewesen sein, sowie Weise, die Geschenke zur heiligen Geburts-Höhle des Felsens brachten. Irgendwie kommt einem diese Geschichte bekannt vor...

Seit etwa dem Jahr 386 gilt der 25. Dezember als Tag von Christi Geburt, das bürgerliche Weihnachten, wie wir es heute kennen und wie es in seiner Bedeutung weit vor Ostern rangiert, entstand erst im Laufe des 19. Jahrhunderts zusammen mit der Bürgergesellschaft.

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