GEMA

In Deutschland sind die meisten Youtube-Videos gesperrt

30.01.2013 | 10:30 Uhr | Benjamin Schischka

Laut Statistik gibt es in Deutschland die meisten Youtube-Sperren; mehr als im Südsudan und in Afghanistan zusammen. Von 1.000 Videos sollen nur 400 erreichbar sein.

Vor kurzem hat die Gema eine Unterlassungsklage gegen Youtube eingereicht . Denn Youtube blendet bei gesperrten Videos unter anderem folgenden Text ein: „Leider ist dieses Video in Deutschland nicht verfügbar, da es Musik enthalten könnte, für die die Gema die erforderlichen Musikrechte nicht eingeräumt hat.“ Darin sieht der Gema-Chef Stimmungsmache gegen seine Verwertungsgesellschaft.

Das Team der Statistiker OpenDataCity hat nun eine Anwendung programmiert, welche die 1000 beliebtesten Youtube-Videos untersucht. Darunter fallen nur Videos mit mindestens 42 Millionen Abrufen. In Deutschland sind der Anwendung zufolge rund 60 Prozent der 1000 Videos wegen der Gema gesperrt. Damit sei Deutschland der Spitzenreiter bei der Zahl der gesperrten Videos. Die Nummer Zwei - der Südsudan komme lediglich auf rund 150 gesperrte Videos aus der Top-1000 - wenngleich sicherlich auch aus anderen Gründen als in Deutschland.

Allerdings sollen nicht alle Sperrungen in Deutschland auf Initiative der Gema zurückzuführen sein. Nur 8,4 Prozent der Sperrungen seien aufgrund bestehender Rechteprobleme erfolgt. Youtube sperre Videos auch von sich aus schon im Voraus, wenn möglicherweise Musikrechte bei der Gema vorliegen könnten - und darauf seien die restlichen 53 Prozent zurückzuführen. "Das Prozessrisiko ist für uns zu groß", begründet eine Google-Sprecherin laut OpenDataCity die automatischen Sperrungen, die ohne eine Aufforderung der Gema durchgeführt werden. Youtube habe keine Möglichkeit zu überprüfen, für welche Videos die Gema Rechte vertrete und welche Videos rechtefrei seien. Einen vergleichbaren Text mit dem Gema-Hinweis soll es sonst nirgendwo auf der Welt geben. In rund 40 Ländern habe man sich mit den Verwertungsgesellschaften einigen können.

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