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Indesign 2 vorgestellt

24.09.2001 | 00:00 Uhr |

Zum Start der Seybold Conferences stellt Adobe Indesign 2.0 vor. Aber erst Anfang 2002 soll das in der Performance verbesserte Layoutprogramm in den Handel kommen.

Adobe wollte beim ersten Presstermin zu Indesign 2 nur eine Botschaft transportiert sehen: "Wir hören auf die Kritik unserer Kunden". Und bei Indesign hätten die Käufer vor allem die Arbeitsgeschwindigkeit und die enge Bindung an den Druckertreiber "Adobe PS" bemängelt. Beides soll mit Version 2 der Vergangenheit angehören, versprach Priscilla Knoble, Produktmanagerin Cross-Media bei Adobe. Text zu importieren solle künftig 18mal schneller gehen als mit Version 1.5, bei Bildern arbeite Version 2 immerhin 8mal schneller. Nach getaner Arbeit speichere Indesign das Dokument künftig 16mal schneller, während ein neues Dokument immerhin noch 8mal schneller auf dem Bildschirm Gestalt annehme.
Gleichzeitig habe man sich den Stolpersteinen beim Druck gewidmet: Künftig besteht Indesign nicht mehr auf dem Druckertreiber "Adobe PS", stattdessen werde man alle Standardtreiber akzeptieren. Ermöglicht wird diese neue Offenheit von einer Rasterfunktion (Englisch "Flattener"), die alle kritischen Seitenbereiche mit transparenten oder überdruckenden Objekten als einzelne Bildpunkte ausgibt. Damit endet zugleich die große Abhängigkeit zwischen Indesign und Postscript Level 3 - Flattener werde die kritischen Konstrukte so umsetzen, dass die Druckausgabe auf den weit verbreiteten Postscript-Level-2-Geräten keine Schwierigkeiten macht, so Knoble. Wie bisher werde man dabei aber dem Benutzer die Wahl zwischen möglichst akkurater Darstellung und kurzer Druckzeit lassen.

Neuer Schwung im Import und Export

Daten in das Layoutprogramm zu übernehmen beziehungsweise von dort für andere Zwecke zu exportieren, war ein weiterer Schwerpunkt bei der Entwicklung von Indesign 2. Ganz klar auf der Plusseite notieren wir als Ergebnis zum Beispiel den PDF-Export. Indesign erzeugt ohne Rückgriff auf Adobe Acrobat PDF-1.3- oder PDF 1.4-Dateien, bei letzteren kennzeichnet das Layoutprogramm Absätze, Bilder und Überschriften mit XML-Markierungen ("Ebook-Funktion"). Enthält das Dokument ein Inhaltsverzeichnis oder ein Register, generiert Indesign in der PDF-Datei automatisch Querverweise zwischen den Verzeichnissen und dem Inhalt.
Wer viel mit Tabellen arbeitet, dürfte die Importfunktion für Excel- und Word-Dokumente begrüßen. Indesign übernimmt daraus Text und Tabellen, wobei die Formatierung weitgehend erhalten bleibt. Nach dem Import gibt Indesign einem mächtige Werkzeuge für den Tabellensatz in die Hand. Die einzelnen Zellen einer Tabelle lassen sich spalten- oder zeilenweise auswählen und mit Hintergrundfarben oder Transparenzen schmücken. Reicht der Platz auf einer Seite nicht aus, um die Tabelle unterzubringen, macht Indesign 2 den Textfluß auf eine Folgeseite möglich.
XML, die allmählich an Bedeutung gewinnende Dokumentsprache, die ähnlich wie HTML aufgebaut ist, erhält einen besonderen Stellenplatz in Indesign. In einer XML-Palette zeigt das Programm alle bereits definierten XML-Definitionen, die beispielsweise darüber Auskunft geben, welche Absätze im Dokument als Überschrift behandelt werden sollen. Indesign unterstützt die XML-Objekthierarchie, so dass man eine Bildunterschrift und ein Bild als zusammengehörige Gruppe festlegen kann. Exportiert man ein Dokument als XML-Datei, bleiben diese Strukturen erhalten, so dass das Programm nach dem Import in ein anderes Layout beispielsweise automatisch die Bildunterschriften wieder den Bildern zuordnet.

Die nützlichen Kleinigkeiten

Daneben gibt es eine Reihe von Erweiterungen, die in speziellen Situationen gute Dienste leisten. Register und Inhaltsverzeichnisse erzeugt Indesign automatisch, wenn man die entsprechende Absätze oder Zeichenfolgen mit einer Stilvorlage markiert. Eine Buchfunktion fasst mehrere Dokumente zu einem größeren Ganzen zusammen und passt etwa die Paginierung der Einzelteile der Gesamtstruktur an. Auf Wunsch synchronisiert Indesign die Stilvorlagen und die Farben der einzelnen Buchteile.
Der Mehr-Zeilen-Setzer, eine Automatik, die die Trennungen und Wortabstände im Blocksatz verbessert, hört künftig auf den Namen "Absatz-Setzer" und lässt sich mit einem weiteren Regler feinjustieren. Zieht man den Regler nach links, vergrößert Indesign tendenziell die Wortabstände und verringert die Zahl der Trennungen, während eine Reglerbewegungen nach rechts den umgekehrten Effekt auslöst.
Arbeitsgruppen dürfen sich künftig freuen, dass man Änderungen an Dokumenten mit einem Web-DAV-Server (Distributed Authoring and Versioning) verfolgen kann. Über entsprechend konfigurierte Internet-Server lassen sich so Änderungen und Anmerkungen zu einem Dokument austauschen. Neben Mac-OS X Server unterstützt die Server-Software von Microsoft und Netscape diese Web-DAV-Funtion.
Walter Mehl

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