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Inspiration aus Redmond

20.07.2007 | 13:00 Uhr |

Neue Patentanträge zeigen, was Apple mit dem iPod noch vor hat Apple scheint in Zukunft offenbar viel mit dem iPod vorzuhaben. Dass der Musik-Player in Zukunft wie das iPhone auch auf einem OS-X-Betriebssystem basieren soll, hat Steve Jobs höchstpersönlich schon im letzten Monat durchsickern lassen.

Eine Reihe von Patenten, die Apple in den USA angemeldet hat, lässt erahnen, wohin die Reise auf dem Musikplayer-Markt gehen soll. Unter den Ideen befindet sich auch eine Sharing-Funktion, die verdächtig stark an die Konkurrenz aus Redmond erinnert.

In einem der Apple-Patente findet sich ein alter Bekannter wieder: Der tragbare Home-Ordner . Dieser geisterte schon vor einigen Jahren durch die Gerüchteküche. Die Idee ist, den Home-Ordner seines Macs auf die iPod-Festplatte zu übertragen, um sich so an jedem anderen Mac mit seinen Einstellungen, Dokumenten, Fotos und anderen Dateien heimisch zu fühlen. Der elfseitige Patentantrag beschreibt das Feature und seine Funktionsweise im Detail - denkbar ist allerdings, dass sich Apple die Idee im letzten Oktober nur sichern ließ, ohne sie doch noch in die Tat umsetzen zu wollen. Wer beim iPod-Hören gerne sein Umfeld an der Musik durch lautes Mitsingen teilhaben lässt, mag sich bei einer großen Musiksammlung schonmal über die eigene mangelnde Textsicherheit geärgert haben. Das Problem der stockenden Gesangseinlagen in Straßenbahnen oder Einkaufszentren möchte Apple beheben. Eines der Patente beschreibt eine Art Karaoke-Funktion für den iPod : Entweder in einer separaten Datei oder innerhalb der Musik-Datei selbst ist Platz für den Songtext, dessen Abschnitte sich dann mit der Musik synchronisieren lassen. Abgesehen von den Karaoke-Möglichkeiten könnte Apple so aber auch den Hörbuch-Genuss mit iPod oder iPhone verbessern. Etwas ungewöhnlicher ist ein weiteres Patent, das auch für MacBook-Nutzer interessant werden könnte: Beleuchtete Trackpads , beziehungsweise Scrollwheels. Das "Leuchtfeedback" könnte Nutzern verdeutlichen, wann das Trackpad etwas erkennt, und welche Art des Kommandos es aufnimmt. Ein iPod-Clickwheel könnte der Fingerbewegung mit einem Leuchten folgen. Last but not least kann sich Apple offenbar vorstellen, den iPod mit Drahtlos-Funktionen auszustatten . Zunächst denken die Innovatoren in Cupertino darüber nach, wie sich das Musikerlebnis zu Hause verbessern lässt: Nutzer eine AirPort-Express-Station müssen sich heute noch an ihren Rechner setzen, um Musik für ihre Stereoanlage auszuwählen, Apple-TV-Besitzer sind immerhin noch an ihren Fernseher gebunden. Ein iPod oder ein iPhone könnte diese Bindungen lösen: Denkbar ist, dass der Rechner die Musik direkt zum iPod oder iPhone streamt, während die Geräte mit der Anlage verbunden sind. Alternativ könnten die Musikplayer aber auch einfach als Fernbedienung arbeiten. Ist der iPod dann aber erst einmal mit einem Drahtlos-Chip ausgestattet, eröffnet das den Weg für Inspirationen aus Redmond : Ein weiteres Patent beschreibt die Möglichkeit, Musik drahtlos zwischen mehreren Musik-Playern auszutauschen - ähnlich, wie Microsofts Zune es ermöglicht. Die Apple-Idee soll aber einfacher funktionieren und weniger Grenzen ziehen als die Umsetzung der Konkurrenz. Die Konkurrenz schläft aber bekanntlich nicht: Ein Patent aus Redmond zeigt wiederum, dass auch Microsoft die Drahtlos-Sharing-Funktionen vereinfachen möchte. Wer Musik von Microsoft gekauft hat, kann sie dann auch offline über die WiFi-Funktion von einem anderen Zune-Nutzer kaufen. Dessen Zune übermittelt dann bei der nächsten Verbindung zu einem PC die Daten des Käufers an Microsoft, um die Transaktion abzuschließen.

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