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Instant-Messages-Krieg: AOL paktiert mit Apple

30.07.1999 | 00:00 Uhr |


AOL und Apple wollen gemeinsam Instant-Messaging-Produkte
entwickeln, die Mac-Anwendern den Echtzeit-Austausch von Nachrichten
untereinander und mit Nutzern des AOL Instant Messaging Service (AIM)
ermöglichen. Das gaben beide Unternehmen in einer Pressemitteilung bekannt.
Offen blieb, wann und in welcher Form die Produkte auf den Markt kommen
sollen. AOLs Hinwendung zu Apple ist zum einen als Würdigung des steigenden
Marktanteils der Mac-OS-Plattform zu sehen, zum anderen als ein
strategischer Schachzug. Denn der Zugang zum AIM-Dienst mit seinen 40
Millionen Mitgliedern ist seit einiger Zeit Gegenstand einer
Auseinandersetzung zwischen AOL und Microsoft: Der Redmonder Gigant hatte
in der vergangenen Woche den MSN Messenger veröffentlicht, mit dem Nutzer
des Microsoft-eigenen Dienstes den AIM-Service nutzen konnten. AOL
veränderte daraufhin sofort die AIM-Protokolle und sperrte so die
MSN-Mitglieder aus. Nach Ansicht von Marktbeobachtern entbehrt die von den
Medien als Instant-Messages-Krieg bezeichnete Auseinandersetzung nicht
einige Ironie. AOL hatte sich in jüngster Zeit als Vorkämpfer für offene
Internet-Standards hervorgetan, während Microsoft sich gegen jede
plattformübergreifende Lösung stemmte. Beim Instant Messaging (IM) scheinen
die Rollen vertauscht: AOL schirmt seinen AIM nach außen ab, Microsoft
dagegen ruft nach der Öffnung und VerknÜpfung aller IM-Dienste. lf

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