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Intel, Apple & Co. wollen neue Videoschnittstelle entwickeln

23.12.2005 | 10:24 Uhr

Ein kürzlich gegründetes Konsortium aus namhaften Unternehmen der IT-Branche hat VGA den Kampf angesagt und will eine neue Standard-Schnittstelle für PCs entwickeln, über die sich HD-Displays anschließen lassen.

Der VGA-Anschluss als Standardschnittstelle günstiger PCs hat nach dem Willen eines kürzlich gegründeten Konsortiums aus namhaften Unternehmen der IT-Branche bald ausgedient. Firmen wie Intel , Apple , Samsung , Nvidia und andere haben sich in der UDI SIG (unified display interface special interest group) zusammengeschlossen und wollen ein neues Standard-Interface entwickeln, über das sich PCs an HD-Displays anschließen lassen.

Nun kann eingewendet werden, dass mit HDMI beziehungsweise DVI eine solche Schnittstelle bereits existiert, der UDI SIG geht es allerdings darum, dass gerade günstige PCs mit einfacher Grafiktechnologie HD-Inhalte an Fernseher und Monitore ausgeben können. Bislang setzen solche Modelle ausschließlich auf VGA als Anschlussmöglichkeit für Monitore.

UDI soll alle Features und Funktionalitäten von HDMI auf Mainstream-PCs ermöglichen, so die UDI SIG. Die Technologie soll dabei kompatibel zu HDMI und DVI sein sowie die Kopierschutztechnik HDCP unterstützen. Damit sollen sich mit UDI ausgestattete PCs ohne Probleme mit Fernsehern oder Monitoren mit HDMI- beziehungsweise DVI-Eingang anschließen lassen. Damit tragen die beteiligten Unternehmen dem Umstand Rechnung, dass PCs immer mehr auch im Wohnzimmer - beispielsweise als Media Center - eingesetzt werden und sich somit ohne Probleme mit den vorhandenen Endgeräten wie TV verbinden lassen müssen.

Dennoch bleibt die Frage, wozu dieser neue Standard - wenn er denn kommen sollte - überhaupt nötig ist. Absolute Billig-PCs verfügen in der Regel nicht über die Rechenkraft, HD-Inhalte überhaupt ausgeben zu können. Und diejenigen PCs, die dieser Aufgabe gewachsen sind, kommen zum großen Teil bereits mit einem DVI-Anschluss. Die Gefahr, dass eine neue Schnittstelle Anwender eher verwirrt, als ihnen nützt, sieht auch Stephen Baker, Direktor für Industrie-Analyse bei NPD Techworld: "Da Problem mit diesen Anschlüssen ist, dass es zu viele sind. Wann immer Sie jemanden gefragt haben, waren es zu viele Anschlüsse, zu viele Optionen, zu viele Kabel." Die Anwender würden laut Baker eher nach einer All-in-One-Lösung suchen, bei der sie einfach alle Geräte ohne Probleme verbinden könnten.

Derzeit ist die UDI SIG noch auf der Suche nach weiteren Unternehmen, die bei der Standardisierung mithelfen wollen. Die neue Schnittstelle soll bereits im zweiten Quartal 2006 auf den Markt kommen.

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