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Intel-Forschung will Akkulaufzeiten verdoppeln

11.09.2015 | 15:44 Uhr |

Vor allem unter Android saugen Apps auch bei ausgeschaltetem Bildschirm den Akku leer. Daran sind nicht nur fehlerhafte Apps schuld.

In einem gemeinsamen Forschungsprojekt wollen Intel, die Purdue Universität und das Startupunternehmen Mobile Enerlytics ein Problem beheben, das Nutzer von Android-Smartphones betrifft. Laut einer Untersuchung von 2000 in 61 Ländern bei 191 Providern betriebenen Galaxy S3 und Galaxy S4 verlieren die Samsung-Smartphones jeden Tag im Schnitt 28,9 Prozent ihrer Akkuleistung auch dann, wenn der Bildschirm ausgeschaltet ist. Die Forscher wollen mit einem Open-Source-Tool namens HUSH diesen Wert auf 16 Prozent gesenkt haben.

Verantwortlich für die Energieverschwendung sind Apps, die auch im Ruhezustand des Telefons gewisse Aufgaben erledigen. Fehler in der Energieverwaltung von Android würden verhindern, dass die Apps wieder ihre Aktivitäten einstellen, wenn sie nach Erledigung nützlicher Dinge nicht gebraucht werden. HUSH ermittle auch, welche Apps wirklich sinnvolle Aufgaben im Hintergrund erledigen. So mache es nur Sinn, die Facebook-App ständig nach Neuheiten suchen zu lassen, wenn der Nutzer auch tatsächlich öfter seine Timeline checkt. HUSH priorisiert daher die Hintergrundaktivitäten und verdonnert nicht gebrauchte Energieschlucker zum Stillhalten. Zudem schränkt das Tool die ständige Kommunikation mit WLAN-Hotspots oder Mobilfunkzellen ein.

Die Forschung soll vor allem zur Vorbereitung auf den nächsten Mobilfunkstandard dienen, daher hat sie auch das Intel 5G Research Program und die National Science Foundation finanziert, berichtet Phys.org .

Akkus sind nach wie vor eine kritische Komponente für Smartphones und Tablets. Deren ständig verbesserte Leistung bringt wachsenden Energiehunger mit sich. So haben Smartphonehersteller immer abzuwägen, ob verbesserte Akkus - etwa in größeren Geräten - lieber für längere Laufzeiten sorgen sollen oder ob bisher nicht integrierte Features in neue Geräte eingebaut werden. Forscher von Samsung arbeiten derzeit an der Hardware der Batterien, ein neues Kathoden-Material soll deren Kapazität verdoppeln . In das neue iPad Pro passt nun auch ein größerer Akku, der eine entsprechend größere Ladung vorhält, doch verlangen nun 5,6 Millionen Pixel nach Energie, Stift und Tastatur ziehen ebenso Strom ab. So kann Apple nur zehn Stunden Betriebszeit versprechen.

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