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Intel: Knowledege Navigator als Zukunft der Smartphones

18.04.2013 | 09:41 Uhr |

Mike Bell, Chef von Intels Mobile and Communications Group, hat auf der von All Things D ausgerichteten Konferenz Dive into Mobile seine Vorstellungen von der Zukunft des Smartphones skizziert und dabei auf eine altes Konzept seines ehemaligen Arbeitgebers Apple verwesen: Dem Knowledge Navigator.

Apple hatte bereits vor Urzeiten die Vision des Knowledge Navigators vorgestellt, und 1987 in einigen Videos gezeigt, wie Anwender per Touch oder Sprache mit Geräten kommunizieren. Die Vision hatte der damalige CEO John Sulley in seinem Buch "Odyssey" ausgebreitet und dabei nicht weniger als die globale Kommunikation über das Internet vorausgesagt. Die Schlüsseltechnolgoie des persönlichen Computers des 21sten Jahrhunderts war in dieser Vorhersage künstliche Intelligenz.

Das Smartphone der Zukunft werde zum wahren Wissensnavigator, meint Bell, das bisherige App-Modell ("There's an app for that") werde durch einen integrierten Ansatz abgelöst. Smartphones würden "intelligent" und wüssten alleine anhand der Uhrzeit oder ihrer Umgebung, was zu tun sei, ohne dass der Anwender interagieren müsse. So würden die Smartphones etwa von alleine Termine verwalten oder die Raumtemperatur regeln, meint Bell: "Sie wissen, wer Sie sind, wohin Sie gehen, was Sie tun und wen Sie kennen. Sie haben all Ihre Informationen. Warum sollten Sie damit nichts sinnvolles anstellen?" Mit stets verbesserter Prozessorleistung, allgegenwärtiger Vernetzung und längeren Batterielaufzeiten wäre diese Art der Konvergenz möglich.

Es gebe zwar schon einige Smartphone-Anwendungen, die in diese Richtung gingen, das Smartphone der Zukunft müsste jedoch alle Informationen auf Systemebene bündeln, damit Apps sich untereinander austauschen und selbstständig handeln könnten. Mit längeren Batterielaufzeiten könnten Smartphones auch selbst Aufgaben wie Echtzeitübersetzungen wahrnehmen, die bisher an die Cloud ausgelagert sind, meint Bell.

Intel, das im Prozessormarkt für Mobilgeräte deutlich hinter ARM liegt, will seine Atom-Chips bald im 22-Nanometerprozess fertigen und rasch auf 14 Nanometer umsteigen - für PC-Prozessoren beginnt Intel die 14-nm-Produktion noch in diesem Jahr. Dass ARM-Chips den Intel Atom in Sachen Energieeffizienz voraus seien, kanzelt Bell als "Mythos" ab. So weise das von einem Atom-Chip getriebene Motorola Razr I eine mindestens gleich gute wenn nicht bessere Akkulaufzeit auf als das Razr M mit Qualcomm-Chip im ARM-Design. "Wir haben eine genau so gute Performance wie alle anderen. Wir haben zwar nicht die absolut beste Batterieleistung, aber sind nah an der Spitze," behauptet Bell.

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