965726

Intel baut den Prozessor für iPhone-Konkurrenten

07.03.2007 | 12:37 Uhr |

Der Prozessorhersteller Intel beliefert alle Seiten: Die Windows-PCs des weltgrößten Herstellers Dell beispielsweise bestückt er mit Prozessoren, allerdings teilt er sich dabei das Geschäft mit AMD. Auch in den konkurrierenden Macs stecken inzwischen Intel-Chips.

Konkurrenz belebt das Geschäft, sagt man - ein Geschäft, bei dem Intel stets im Mittelpunkt stehen will. Rund ein Jahr nach dem Verkauf der Rechte am Xscale-Prozessor für Smartphones und PDAs will der Hersteller bereits wieder im Handy-Markt mitmischen. Der neue Weggefährte Apple aber setzt für sein iPhone anscheinend auf andere Prozessor-Zulieferer ( wir berichteten . Deshalb wendet sich Intel an die Konkurrenz: Die Firma arbeitet am Killer-Chip für iPhone-Konkurrenten.

"So gut wie jeder Computer- und Handyhersteller kämpft jetzt darum, mit Apples iPhone konkurrieren zu können", stellt Intel-CEO Otellini fest. "Wenn wir die Leistung und Geschwindigkeit unseres Chips richtig hinbekommen, dann wird das eine Killer-Kombination", verspricht er Analysten von Morgan Stanley in San Francisco - auch Apple nimmt an der Technik-Konferenz teil . Allerdings geht er dabei nicht ins Detail, andere Quellen sagen bereits für Ende 2007 den Xscale-Nachfolger "Tolopai" voraus, der auf einer Grundfläche von vier mal vier Zentimetern Größe einen kompletten Computer auf Basis des Pentium M unterbringt ( wir berichteten ). Intels erneuter Vorstoß in den Markt für Mobiltelefone und Smartphones mag zeigen, unter welchem Druck das Unternehmen aus Kalifornien steht: Der weltweit zweitgrößte Prozessorhersteller AMD, an den Intel vor allem 2005 wichtige Marktanteile im Server-, Dektop- und Notebook-Markt abgeben musste, ist ihm dicht auf den Fersen. "Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde", sagte einst Benjamin Franklin. Im Falle Intel und AMD lassen die Vorteile bislang noch auf sich warten und im Falle Apple und Intel ist es schwer, Freund und Feind zu unterscheiden. Der Zulieferer im Computerbereich könnte zum erbitterten Konkurrenten im Handymarkt werden. Doch auch das könnte nur von kurzer Dauer sein: Wenn in der ersten Generation des iPhones wirklich kein Intel-Prozessor steckt, so greift Apple vielleicht mit der zweiten darauf zurück. Dieser Schritt würde sich schließlich anbieten: Mit "Tolopai" etwa würde OS X in beiden Fällen auf der selben Architektur laufen, für die Apple sein Betriebsystem gemeinsam mit Intel zunehmend optimiert.

0 Kommentare zu diesem Artikel
965726