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Intel bilanziert massiven Einbruch bei Gewinn und Umsatz

16.01.2009 | 14:11 Uhr |

Der weltgrößte Chip-Konzern Intel hat die globale Wirtschaftskrise zum Jahresende voll zu spüren bekommen. Der Gewinn brach im Schlussquartal auch belastet von Abschreibungen um 90 Prozent auf 234 Millionen Dollar ein. Der Umsatz fiel um fast ein Viertel auf 8,2 Milliarden Dollar (6,2 Mrd Euro), wie Intel am Donnerstagabend am Sitz im kalifornischen Santa Clara mitteilte.

Der Branchenführer gilt als wichtiger Indikator für die gesamte Technologiebranche. Einen offizielle Umsatzprognose wollte Intel-Chef Paul Otellini angesichts der ungewissen Aussichten nicht abgeben. Intern rechne der Konzern im laufenden ersten Quartal mit erwarteten Erlösen von rund 7 Milliarden Dollar. Die Aktie lag nachbörslich leicht im Plus. Dem Chip-Riesen macht unter anderem der zuletzt stagnierende PC-Markt schwer zu schaffen. Auch der anhaltende Erfolg der Mini-Notebooks (Netbooks), in denen oft Intels stromsparender Atom-Prozessor zum Einsatz kommt, konnte den Abwärtstrend nicht stoppen. In den vergangenen Jahren waren die PC-Verkäufe noch im Schnitt um rund 15 Prozent gestiegen. Intel steht mit seinen Problemen nicht alleine da. Praktisch alle Hersteller warnten vor Einbrüchen. Der größte deutsche Halbleiter-Konzern Infineon etwa sagte nach einem milliardenschweren Verlust im vergangenen Geschäftsjahr auch für das laufende Jahr bereits rote Zahlen und einem Umsatzeinbruch voraus.

Die Chip-Industrie bekommt die Wirtschaftskrise mit am schwersten zu spüren. Zu den großen Kunden zählt neben der Computerbranche vor allem die Autoindustrie, denn in der Bordelektronik stecken viele Chips. Die Marktforscher von Gartner sagen der Halbleiter-Branche zum ersten Mal in ihrer Geschichte zwei Jahre mit schrumpfendem Geschäft vorher. Besserung erwarten sie auf Jahressicht frühestens 2010.

Bei Intel fiel der Überschuss im Gesamtjahr 2008 um fast ein Viertel auf 5,3 Milliarden Dollar. Der Umsatz ging um zwei Prozent auf 37,6 Milliarden Dollar zurück. Der Konzern will mit Einsparungen die Talfahrt bremsen. So stoppte Intel Neueinstellungen, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sanken. Auch bei Zukäufen hielt sich Intel zurück. Im Schlussquartal drückte eine Abschreibung von einer Milliarde Dollar auf die übernommene Internet-Firma Clearwire den Gewinn. Die für Experten wichtige Bruttomarge fiel von fast 59 Prozent im dritten Quartal auf nur knapp über 53 Prozent. Der Gewinn je Aktie stürzte auf 4 Cent nach 38 Cent ein Jahr zuvor. (dpa)

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