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Intel im 1. Quartal wegen Preisdrucks mit Gewinnrückgang erwartet

15.04.2008 | 12:23 Uhr |

Der weltgrößte Halbleiterhersteller Intel wird nach Einschätzung von Analysten wegen des Preisverfalls bei Speicherchips für das erste Quartal einen geringen Gewinnrückgang verbuchen.

Unter Preisdruck gerieten in erster Linie sogenannte NAND-Flashspeicherchips, die bei Digitalkameras und MP3-Playern eingesetzt werden. Intel legt am Dienstag (15. April) seine Quartalszahlen vor. Analysten rechnen im Schnitt mit einem Gewinn von 0,25 Dollar je Aktie nach 0,27 Dollar vor einem Jahr. Beim Umsatz liegt die Schätzung für die Monate von Januar bis März bei 9,64 Milliarden Dollar nach 8,85 Milliarden Dollar vor einem Jahr. Intel selbst hatte beim Umsatz 9,4 bis 10,0 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Marktbeobachter werden auch auf Hinweise zur neuen Intel-Offensive achten, im Handychip-Markt wieder Fuß zu fassen. Dabei will Intel der britischen ARM einige ihrer geschätzten 98 Prozent in diesem Markt abjagen und hat dafür den stromsparenden Chip Atom entwickelt. Dennoch werden die Mikroprozessoren des Marktführers als energieeffizienter eingestuft. Bei Handys ist dies angesichts der geringen Akkuleistungen ein schlagendes Argument. Auch Kommentare zum geplanten Produkt vorkonfigurierter Chips können sich der Aufmerksamkeit von Experten sicher sein. Die Amerikaner wollen mit SAP branchenspezifische Mittelstandssoftware gemeinsam mit einem Betriebssytem von Novell und Datenbanken auf Intel-Chips vorinstallieren und Kunden als Fertiglösung anbieten. Viel verspricht sich Intel auch vom Geschäft mit eigenen abgespeckten Billig-Laptops, dem Schüler-Notebook "Classmate". Konkurrenz bekommt Intel vom weltgrößten PC-Hersteller Hewlett-Packard (HP) mit seinem HP Mini und dem taiwanischen Hersteller Asus mit dem 300-Dollar-Notebook "Eee PC". Die günstigen und sehr stabilen Geräte sollen nicht nur in Schulen und Entwicklungsländern zum Einsatz kommen, sondern auch als einfaches Zweitgerät sowie günstige und leichte Alternative zum hochleistungsfähigen Notebook. Im klassischen Chipgeschäft scheint Intel indes unangefochten. Einer der Hauptkonkurrenten, AMD, ist im Wettlauf um neue, immer leistungsfähigere Prozessoren mit mehreren Rechenkernen ins Hintertreffen zu geraten. AMD streicht wegen Problemen mit Lieferverzögerungen jeden zehnten Arbeitsplatz. (dpa)

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