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Intels Problem mit Sandy Bridge

04.02.2011 | 12:58 Uhr |

In den Chipsätzen der neuen Intel-Prozessor-Plattform Sandy Bridge steckt ein Hardware-Fehler. Intel hat die Produktion gestoppt und muss die defekten Hauptplatinen austauschen. Was bedeutet das für Apple?

Sandy Bridge Wafer
Vergrößern Sandy Bridge Wafer

Der Fehler steckt nicht in den eigentlichen Prozessoren der Sandy Bridge-Familie, sondern in den Chipsätzen auf den dazu gehörigen Hauptplatinen. Genauer gesagt in einem Chip der Intel-6-Serie (Codename: Cougar Point). Das fehlerhafte Hardware-Design kann laut Intel dazu führen, dass der Serial-ATA-Controller (SATA) an Leistung verliert und dementsprechend die darüber gesteuerten Festplatten oder DVD-Laufwerke langsamer werden oder ganz ausfallen können, wie Intel mitteilt.

Intel hat die Auslieferung des fehlerhaften Chipsatzes gestoppt. Der Designfehler wurde Intel zufolge bereits behoben, die Produktion von fehlerfreien Chipsätzen soll bereits angelaufen sein.

Alle bisher ausgelieferten Hauptplatinen für Sandy-Bridge-Prozessoren mit Core-i-2000-CPUs (Core i3/i5/i7) sollen von dem Fehler betroffen sein. Da der fehlerhafte Chipsatz auf die Platine aufgelötet ist, bleibt letztendlich nur der Austausch der kompletten Platine übrig.

Die Kosten, die durch den Austausch der fehlerhaften Platinen gegen fehlerfreie entstehen, beziffert Intel mit 700 Millionen US-Dollar. Dazu kommt ein geschätzter Umsatzausfall von zirka 300 Millionen Dollar. Denn Intel rechnet damit, erst Ende Februar fehlerbereinigte Chipsätze liefern zu können. Dann allerdings nur in kleineren Stückzahlen, die volle Produktion wird Intel wohl erst im April wieder aufnehmen können.

Erst Anfang Januar 2011 hatte Intel seine neue CPU-Generation Sandy Bridge vorgestellt, unsere Kollegen des tecCHANNEL hatten bereits Gelegenheit zum Test.

Ist Apple betroffen?

Intels Rückrufaktion hat derzeit keine konkreten Auswirkungen auf Apple-Produkte. Doch das nur aus einem Grund: Apple ist diesmal spät dran und setzt die neuen Intel-Chips noch gar nicht ein. Allerdings kann es Auswirkungen auf zukünftige Macs haben. Die könnten sich verspäten.

Neue mobile Macs werden für das erste oder zweite Quartal 2011 erwartet. Sollte Apple bei den aktualisierten Modellen auf den fraglichen Intel-Chipsatz gesetzt haben, könnten sich diese Macs im Zeitplan verzögern. Die Mac-Produktion dürfte wahrscheinlich schon im Gange sein und müsste jetzt unterbrochen werden. Bis die Chipsatz-Produktion bei Intel wieder auf vollen Touren läuft, können Wochen oder gar Monate vergehen.

Eventuell betrifft das Problem Apple jedoch überhaupt nicht: Entweder, weil der Mac-Hersteller andere Intel-Chipsätze in seinen zukünftigen Macbook-Modellen einsetzt (die nicht von dem Fehler betroffen sind) oder sich - wieder einmal - von Intel abkehrt und stattdessen Chipsätze von Nvidia verwendet.

Nach der Einigung zwischen Intel und Nvidia ist es nur eine Frage der Zeit, wann Nvidia leistungsfähige Grafikchipsätze für die aktuelle Intel-CPU-Generation anbieten wird. Die Pläne dazu liegen sicher schon seit geraumer Zeit bei Nvidia in der Schublade. Vielleicht sind die Nvidia Chips schneller fertig als vermutet und Apple liefert seine neuen Macbook-Modelle bereits mit Nvidia-Chipsätzen aus. Dann sollte es keine Probleme mit Apples Zeitplan geben.

Christian Möller

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