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Intel testet 80-Core-Prozessor

12.02.2007 | 13:54 Uhr |

Wissenschaftler von Intel haben einen Prozessor entwickelt, der über 80 Cores verfügt. Die Leistungsdaten beeindrucken: So berechnet der Prozessor über ein Teraflops, verbraucht dabei aber weniger Strom, als so manch herkömmliche CPU.

Intel testet 80-Core-Prozessor
Vergrößern Intel testet 80-Core-Prozessor

Mehr als ein Teraflops, 80-Core-CPU, etwa Fingernagelgroß und das alles bei einem Stromverbrauch von nur 62 Watt? Hört sich gut an, bleibt aber vorerst in den Entwicklungslaboren von Intel . Dort wird dieser 80-Core-Prozessor mit neuen Technologien wie etwa Stromsparfunktionen getestet. Darüber hinaus wird die 80-Core-CPU eingesetzt, um neue Formen des "tera-scale-computings" zu erforschen. Dabei geht es darum, wie Anwender künftig die immer größer werdende Masse an Daten überhaupt noch durchforsten können.

Derartige Prozessoren in Heimrechnern würden Anwendern völlig neue Wege eröffnen, wie sie ihren PC nutzen können. Als Beispiel nannte Intel Suchfunktionen, die wesentlich feiner bestimmt werden können. So wäre es denkbar, dass Anwender künftig nicht nur nach einem bestimmten Dateinamen oder -Typ suchen, sondern nach bestimmten Details dieser Inhalte. Bei digitalen Bildern wäre dies eine Suche nach allen Bildern, auf denen eine bestimmte Person lächelt. Oder eine Suche nach allen Bildern, bei denen Person A und Person B zusammen fotografiert wurden.

Bei einer Geschwindigkeit von 3,16 GHz erreicht die CPU 1,01 Teraflops, was per Watt einer Effizienz von 16 Gigaflops entspricht. Die CPU kann auch höher getaktet werden, worunter allerdings die Effizienz leidet. So erreicht der Prozessor bei 5,1 GHz 1,63 Teraflops und bei 5,7 GHz 1,81 Teraflops.

Bei der Entwicklung der CPU stießen die Wissenschaftler noch auf ein weiteres Phänomen. Denn die Leistung einer CPU lässt sich offenbar nicht einfach dadurch steigern, indem man immer mehr Cores auf die Platine packt. Das Ganze geht laut Intel nur bis 16 Cores gut, bei 32 und 64 Cores sank die Rechenperformance wieder. "Wenn wir einfach mehr als 16 Cores hinzugefügt hätten, wären die Ergebnisse schlechter geworden, da die Threads und der Datenverkehr nicht richtig genutzt würden, die Cores wären sich gegenseitig im Weg gestanden. Das ist wie mit den vielen Köchen in der Küche", so Jerry Bautista, Direktor von Intels Tera-Scale Research Program.

Um diesem Problem beim 80-Core-Chip zu begegnen, wurden ein Hardware-basierter Thread-Scheduler und schnellere on-chip Memory-Caches genutzt, um den Datenfluss vom Speicher in die einzelnen Cores zu optimieren.

In einem nächsten Schritt wollen die Forscher einen Mega-Chip entwickeln, der die auf Fließkommaberechnungen spezialisierten Cores mit Cores für normale Anwendungen ersetzt.

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