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Intel verwirft Pläne für Digitalfernseher-Chip

18.08.2004 | 10:37 Uhr |

Intel wird die auf der Consumer Electronics Show (CES) im Januar dieses Jahres angekündigten LCOS-Chips (Liquid Crystal on Silicon) nicht wie ursprünglich geplant noch in diesem Jahr produzieren.

Die Bauteile sollen in TV-Geräten zum Einsatz kommen, die mit Rückprojektion arbeiten und ähnliche Baugrößen wie LC- (Liquid Crystal) und Plasma-Fernseher aufweisen.

Intel habe sich aufgrund des Feedbacks von Kunden dazu entschlossen, den unter dem Codenamen "Cayley" entwickelten Chip nicht zu bauen, sagte Unternehmenssprecherin Shannon Love. Die Prototypen, die Herstellern von Fernsehern zur Verfügung gestellt wurden, liefern eine Auflösung von 1280 mal 720 Bildpunkten (1 Megapixel). Diesen Markt beherrscht Texas Instruments (TI) mit seinem DLP-Chip (Digital Light Processing). Laut Richard Doherty, Chef-Analyst bei The Envisioneering Group agiert TI in diesem Marktsegment konkurrenzlos.

Mit einem 2-Megapixel-Chip (Auflösung 1920 mal 1080 Bildpunkte) habe Intel bessere Chancen, sich in diesem Markt zu etablieren, sagte Doherty. Nach Angaben des Analysten arbeitet der Hersteller bereits an einer entsprechenden Variante, die sich in für die erste Cayley-Generation entwickelte Geräte einbauen lasse. Intel-Sprecherin Love wolle jedoch zu den LCOS-Plänen des Unternehmens keine Stellung nehmen.

LCOS soll die Kosten für flache Fernseher, die auf Rückprojektionstechnik basieren, reduzieren, indem die reflektierenden Eigenschaften von Flüssigkristallen mit Silizium-Transistoren kombiniert werden. Spiegel und deren Steuerung werden durch die Technik überflüssig. Außerdem lassen sich LCOS-Chips in einfachen Fertigungsprozessen herstellen. Sie sind zudem kleiner als DLPs - mit den Bauteilen ausgestattete Geräte könnten also flacher gestaltet werden. (lex)

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