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Intels Pläne bis 2009 durchgesickert

29.11.2007 | 10:10 Uhr |

Für Aufsehen sorgt unter Hardware-Spezialisten ein Bericht des japanischen Online-Magazins PCWatch. Die Kollegen im Land der aufgehenden Sonne wollen sehr genaue Details zu Intels Prozessoren bis in das Jahr 2009 wissen. Im übernächsten Jahr könnte der Chip-Gigant die ersten Computer-Herzen vorstellen, die Haupt- und Grafikprozessor kombinieren.

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© Absoft

Noch warten Anwender wie Hersteller auf die Auslieferung von ersten Modellen der Penryn-Prozessorfamilie, die angeblich Apples Profi-Maschine Mac Pro in neue Geschwindigkeitsdimensionen vorpreschen lassen soll. Die Gerüchteseite AppleInsider nannte vergangenen Monat den Zeitraum November als Produktstart, HP und Lenovo haben für Dezember erste Maschinen angekündigt. Penryn ist die erste Prozessorgeneration in 45-Nanometer-Bauweise und soll dank eines schnelleren Front Side Bus, der auch DDR3-Arbeitsspeicher unterstützt, einem neuen SSE4-Befehlssatz sowie einer Taktung bis zu drei Gigahertz deutlich leistungsfähiger werden als die aktuellen Core 2-Chips in 65 nm Strukturbreite. Während sich die Penryn-Familie als Prozessor für Server und Workstations versteht, profitieren die mobilen Geräte von der neuen "Montevina"-Generation, die die aktuelle Centrino Duo-Plattform Santa Rosa im Laufe des kommenden Jahres ergänzen und ablösen soll. Mit nur 25 Watt Stromverbrauch und erweiterter Datenfunkunterstützung für WLAN und WiMax können mobile Anwender dann länger arbeiten und sich über Geräte freuen, die weniger heißlaufen als bisher. Zur Erinnerung: Der G5-Prozessor hat es nie in die mobilen Macs geschafft, weil Hersteller IBM Stromverbrauch und Betriebstemperatur nicht für den Batteriebetrieb optimieren konnte. Dies ist einer der Gründe gewesen, warum Apple vor zweieinhalb Jahren den Wechsel auf die Intel-Plattform verkündet hat.  

Die Core 2 Duo-Enkel klopfen schon an

Die übernächste Generation rüstet sich bereits zur Wachablösung: Erster Vertreter der "Nehalem"-Familie wird nach den Informationen von PCWatch Bloomfield, der Vierkern-Prozessor kann dank Hyperthreading jeden Kern doppelt nutzen und DDR3-Arbeitsspeicher direkt adressieren. Seinen Markteinführung wird für das letzte Quartal 2008 erwartet. Bislang war die Speicherverwaltung in die so genannte Northbridge ausgelagert, auch die Ansteuerung der Grafikkarte (PCI Express) obliegt diesem Teil des Chipsatzes. Langfristig soll diese Arbeitsteilung wegfallen, Bloomfield benötigt für die Kommunikation mit der Grafikkarte noch den Nebenprozessor Tylersburg. Die Athlon-Prozessoren von Konkurrent AMD sprechen bereits seit 2003 den Arbeitsspeicher direkt an.  

Nehalem-Plattform startet mit Bloomfield

Bloomfield scheint aber nur eine Interims-Lösung für die Nehalem-Plattform zu sein und es erscheint auch unwahrscheinlich, dass dieser Prozessortyp in Apple-Hardware Verwendung findet - zumindest nicht weitläufig und nur im Bereich Server / Workstation. Die Evolution von Nehalem wird weitergehen - die durchgesickerte Roadmap nennt vier weitere Prozessoren, die in zwei Gruppen zusammenzufassen sind.  

Vier Chips für verschiedene Zwecke: Lynnfield, Cleaksfield, Havendale, Auburndale

Bei Lynnfield und Cleaksfield (Clarksfield) wird ein Kanal für die Arbeitsspeicheradressierung wegfallen, der Chip integriert die Kontrolle des PCIe-Bus und spricht eine Grafikkarte damit direkt an. Vier reale Kerne können dank Hyperthreading als acht logische Kerne genutzt werden, daneben besitzt Lynnfield/Cleaksfield einen Level-2-Cache von 8 MB. Datentransfer und -steuerung zu Peripheriegeräten (USB, PCI, ATA), bislang Aufgabe der Southbridge, übernimmt ein neuer I/O-Chip mit dem Namen Ibexpeak. Lynnfield mit 1160 Pins wird als Desktop-Variante gehandelt, Cleaksfield (989 Pins) wird in Notebooks ab Anfang 2009 vermutet, beide Prozessortypen sollen das Hauptsegment der Nehalem-Familie darstellen und sind heiße Kandidaten für iMac, Mac Pro und die MacBook Pro-Reihe. Eher für Consumer-Geräte sind offenbar die Hyperthreading-fähigen Brüder Havendale und Auburndale vorgesehen. Beide besitzen nur zwei Kerne und fallen mit 4 MB L2-Cache auch hier sparsamer aus. Dafür soll Auburndale - Pin-kompatibel zu Cleaksfield - einen integrierten Grafikprozessor mit direkt verbundenem Videospeicher erhalten. Auch Havendale, der wiederum Pin-kompatibel ist zum Desktop-Chip Lynnfield, soll diese Fähigkeiten besitzen. Grundsätzlich können beide Prozessoren auch eine dedizierte Grafikkarte ansprechen, der PCIe-Kontroller ist im Chip integriert. Einsatzgebiet für diese All-in-one-Typen könnten Geräte der Mac mini-Klasse und das MacBook darstellen. Lynnfield und Cleaksfield, Havendale und Auburndale werden für das erste Halbjahr 2009 erwartet. Mit welchen Geschwindigkeiten diese Nehalem-Chips und der erste Vertreter der Familie Bloomfield arbeiten werden, ist bislang nicht durchgesickert.

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