1019843

Neue Dokumente aus Apples Anfangstagen

03.06.2009 | 10:45 Uhr |

Unerfahrene Führungskräfte und erste Geschäftsplanungen: Mac-Nostalgiker können sich über neu aufgetauchte Dokumente freuen. In einem Geschäftsplan und einem zuvor geheimen Strategiepapier kann man einen Blick auf die frühen Tage des Unternehmens werfen.

Apple-Dokument 1981
Vergrößern Apple-Dokument 1981

Das "Computer History Museum" hat zwei zuvor interne Dokumente veröffentlicht, die aus den Gründerjahren von Apple stammen. Dan Kottke und Mike Markulla haben dem Museum diese Dokumente zur Verfügung gestellt. Beide sind eng mit der Anfangszeit von Apple verknüpft. Kottke lötete damals den ersten Apple I zusammen, Markulla war Apples erster Investor. Er sorgte mit einer Investition von 250.000 Dollar für die erste Finanzspritze des jungen Unternehmens.

Bei den Papieren handelt es sich um ein Strategiepapier aus dem Jahr 1977 und einen Geschäftsplan aus dem Jahr 1981. Hier werden die frühen Jahre und Apples Anfangsstrategie sichtbar. Das Papier aus dem Jahr 1981 zeigt die Marktpositionierung der einzelnen Apple-Modelle, damals Apple II, Apple III und die zukünftigen Modelle Lisa und Macintosh. Der Vorteil, so verrät der Plan, sei, dass nicht jedes Modell alles können müsse. Schon damals erkannte Apple den Markt der Heimanwender.

"Der Mac wird Colleges revolutionieren"

Schon damals zielte Apple auf die Heimanwender.
Vergrößern Schon damals zielte Apple auf die Heimanwender.

Der Geschäftsplan skizziert die potenziellen Kunden der Privatnutzer, die von zuhause aus Online-Banking und Home-Shopping betreiben wollen. Der Höchstpreis für Computer läge hier bei 1.000 Dollar. Auch den Markt der Bildungseinrichtungen hatte Apple sich herausgesucht. Auch hier sollten Rechner günstig sein. Das Blatt vermerkt für diesen Sektor: "Konkurrenz: keine". Weiter führt die Strategie an: "Der Mac wird das Schreiben in Colleges so sehr revolutionieren wie der Taschenrechner das Rechnen revolutioniert hat". In der Tat hat Apple in den USA bis heute einen außergewöhnlich hohen Marktanteil in Bildungseinrichtungen.

Das unerfahrene Team

Der sogenannte "IPO-Plan" aus dem Jahr 1977 zeigt die frühen Anfänge des Unternehmens. Dies ist eine Art Vorab-Geschäftsplan. Er zählt die Vorteile von Heim-PCs auf und setzt einen Marktanteil von 35 Prozent als Ziel an. Ein Wert, den Apple nie erreichte. Unter den Riskofaktoren erwähnt das Strategiepapier auch "das junge und relativ unerfahrene Managementteam". In diesem Plan sind auch die Produktionskosten des Apple II kalkuliert. Ein 16K-Exemplar soll laut dieser Rechnung 484 Dollar kosten. Der Verkaufspreis sollte laut Plan bei unter 1.000 Dollar liegen. Tatsächlich kostete der Apple II deutlich mehr.

Die nostalgischen Dokumente von Apple kann man sich auf der Webseite von Computerhistory herunterladen:

IPO-Plan 1977 (9,4MB, PDF)
Geschäftsplan 1981 (5,4 MB, PDF)

0 Kommentare zu diesem Artikel
1019843