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Internet-Abzocker muss 1,9 Millionen Dollar zahlen

28.05.2002 | 11:16 Uhr |

MÜNCHEN ( COMPUTERWOCHE ) - Ein US-Gericht hat am Freitag einen so genannten Cyberscammer zur Zahlung von 1,9 Millionen Dollar verurteilt. Cyberscammer nutzen Tippfehler beim Eingeben der Internet-Adresse in den Browser aus, um die Nutzer auf eigene Angebote zu leiten. Dazu registrieren sie Domain-Namen, die denen bekannter Web-Angebote ähnlich sind, zum Beispiel Beckstreetboys.com anstatt Backstreetboys.com. Die so fehlgeleiteten Surfer werden daraufhin meistens mit Pop-up-Fenstern bombardiert, die auf Porno- oder Glücksspielseiten verweisen.
Der nun verurteilte Mr. Zuccarini habe eine besonders penetrante Technik eingesetzt, so das Gericht. Demnach haben sich immer neue Fenster geöffnet, wenn man man einzelne Pop-ups schließen wollte. Bei einem Ermittler der FTC (Federal Trade Commission) seien beim Versuch, den Werbeattacken zu entrinnen, 32 Browser-Instanzen auf einen Schlag gestartet. Zuccarini hat bereits 53 Prozesse verloren und musste schon vor der am Freitag abgeschlossenen Verhandlung über 200 Domains an die Copyright-Inhaber der betroffenen Namen abtreten. Unter anderem hatte er 41 Variationen der Internet-Adresse der Pop-Sängerin Britney Spears angemeldet. Laut FTC hat Zuccarini mit den Werbe-Pop-ups zwischen 800.000 und einer Million Dollar pro Jahr eingenommen. Ob die Behörden Zugriff auf das Geld bekommen werden, ist jedoch unklar, denn Zuccarini war beim Prozess nicht anwesend und sein Anwalt gab an, nicht die leiseste Ahnung zu haben, wo sich sein Mandant aufhält. (lex)

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