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Döpfner: Internet macht Journalismus besser

22.04.2009 | 10:20 Uhr |

Der Medienkonzern Axel Springer («Welt», «Bild») sieht trotz der Krise eine glänzende Zukunft für den Journalismus. «Der Journalismus war, ist und bleibt die entscheidende Grundlage für unser Geschäft», sagte der Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin.

«Wer versucht, mit möglichst wenig Journalismus möglichst viel Geld zu verdienen, wird scheitern.» Nach Döpfners Einschätzung sind von Profis recherchierte aktuelle Geschichten auch im Online-Zeitalter gefragt. «Ich glaube, dass das Internet den Journalismus besser machen wird.»

Nach dem Rekordgewinn 2008 will Europas größtes Zeitungshaus die Wirtschaftskrise in diesem Jahr möglichst stabil bewältigen. Rekordergebnisse seien nicht möglich. «Auch bei uns sind Werbeerlöse rückläufig.» Dagegen gehöre die «Bild»-Zeitung zu den Krisengewinnern, sagte Döpfner im Interview zur Hauptversammlung der Axel Springer AG (23. April). Beim Aktionärstreffen werde er keinen Ausblick für das Gesamtjahr geben können. Hoffnungen setzt er auf das digitale Geschäft, das zwar auch vom Abschwung betroffen sei. «Aber unter dem Strich bleibt ein organisches Wachstum.» Insgesamt glaubt Döpfner an die Zukunft der Zeitung, auch einen Zukauf in diesem Bereich schloss er nicht aus. «Die Zeitung wird viel länger bestehen bleiben, als diejenigen glauben, die jetzt das Totenglöcklein läuten», sagte Döpfner. Viele deutsche Blätter seien dank ihrer höheren Qualität auch krisenresistenter als manche Titel in den USA. Dagegen hält er die lange als Bedrohung geltenden Gratiszeitungen für ein Auslaufmodell.

Döpfner forderte Leistungsschutzrechte für Online-Angebote. «Eine Arbeitsteilung, dass die einen mit hohem Aufwand Inhalte produzieren und die anderen diese im Netz kopieren und vermarkten, ohne dafür zu bezahlen, wird auf Dauer nicht funktionieren.» Diese Gesetzeslücke müsse dringend geschlossen werden. Laut Döpfner werden die meisten Internetangebote auch künftig kostenlos bleiben. Direkte Staatshilfen für die Medien lehnte der Springer-Chef als «unverzeihlichen Tabubruch» energisch ab. (dpa)

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