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Internet-Piraten schmälern Umsatz

13.07.2000 | 00:00 Uhr |

Zehn Prozent des Geschäftes sollen derMusikindustrie durch Internet-Piraterieverloren gehen

Der europäischen Musikindustrie gehen jährlich durch Internet-Piraten rund 1,4 Milliarden Euro (2,74 Milliarden Mark) verloren. Das seien mehr als zehn Prozent des gesamten Geschäfts, erklärten Branchenvertreter am Donnerstag in Brüssel. Dort sollten am Abend zum dritten Mal die so genannten "Europe Platinum"-Auszeichnungen für Alben vergeben werden, die europaweit über eine Million Mal verkauft wurden.

Die irische Popgruppe "The Corrs" und der französische Popstar Jean Michel Jarre beklagten vor Journalisten, die Internet-Piraterie - also der Verstoß gegen das Urheberrecht - bedrohe das Schaffen von Künstlern. Es gebe mindestens 25 Millionen Musik-Raubkopien im Internet. Die Künstler müssten entscheiden können, wie ihre Musik vertrieben werde. "Wir sind nicht nur Inhalteanbieter für das Internet", sagte Jarre. Den EU-Ländern gehen nach Schätzungen der Industrie insgesamt jährlich 85 Millionen Euro Steuern durch die Internet-Piraten verloren. Die Branche erwartet nach eigenen Angaben ein EU-Urheberrechtgesetz, das schon seit längerem diskutiert wird. Damit sollen die Rechte der Künstler gestärkt werden.

Unter den "Platinum"-Preisträgern sind Rockmusiker Herbert Grönemeyer (44) und Jugendidol Sasha (26)sowie "Spice Girl" Mel C (24), der Brite Phil Collins (49), die dänische Gruppe Aqua, die Gruppe "The Cardigans", der italienische Liedermacher Luciano Ligabue und der belgische Sänger Helmut Lotti. Die Preise werden von der Branchenvereinigung IFPI vergeben. dpa

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