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Amtsgericht: "Schwarz-Surfen" ist keine Straftat

11.08.2010 | 12:56 Uhr |

Im Gegensatz zu einem Beschluss aus dem Jahr 2007 hat sich das Amtsgericht in Wuppertal nun der Argumentation der Verteidigung angeschlossen und sieht das Nutzen eines fremden, unverschlüsselten WLAN-Zugangs nicht mehr als Straftat an.

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Dies berichtet die Anwaltskanzlei Ferner Alsdorf auf ihrer Internetseite. Diese vertritt einen Mandanten, dem vorgeworfen wurde, sich des "Schwarz-Surfens" strafbar gemacht zu haben, als er ein unverschlüsseltes WLAN ohne Wissen oder Zustimmung des Betreibers nutzte. Laut der Anwaltskanzlei sieht das Wuppertaler Amtsgericht in der automatisch erfolgenden Zuweisung einer IP-Adresse im Rahmen des "Logins" in das WLAN keine "abgefangene Nachricht i.S.d. §89 TKG" (Telekommunikationsgesetz) und sei daher nicht strafbar. Dennoch rät die Anwaltskanzlei auf ihrer Homepage dazu, "das eigene Netz zu schützen und keine anderen Netze zu nutzen - nicht zuletzt, weil sich die Fälle häufen in denen scheinbar freie WLAN-Netze angeboten werden, der Betreiber aber dies nur nutzt, um die Login-Daten der Eingeloggten abzufangen." Insbesondere ist die Haftung des Anschlussinhabers, der das WLAN zur Verfügung stellt, zu bedenken, der für illegale Handlungsweisen, die über sein (ungeschütztes) Funknetz auch durch ihm unbekannte Dritte vorgenommen werden, strafrechtlich verantwortlich gemacht werden kann.

Info: Anwaltskanzlei Ferner Alsdorf

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