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Google kündigt WebM-Plug-in für Safari an

18.01.2011 | 10:40 Uhr |

Während Google sich von H.264 als Webstandard für eingebettete HTML5-Videos verabschieden will und lieber auf die eigene Lösung WebM ("Open Web Media Project") setzt, soll es für Browser anderer Hersteller wie Apples Safari und Microsofts Internet Explorer spezielle Plug-ins geben.

Google Chrome Beta
Vergrößern Google Chrome Beta

Mike Jazayeri, Product Manager bei Google, äußerte sich In Googles Chromium Blog zu Fragen rund um den angekündigten Wechsel im Chrome-Browser zum WebM-Video-Tag anstelle H.264 in HTML5, wie ihn namentlich Safari und der Internet Explorer unterstützen. Aber auch Firefox und Opera setzen schon aus lizenzrechtlichen Gründen nicht auf H.264, sondern auf die Open Source-Lösungen WebM und Ogg Theora Codecs, die kostenfrei zur Verfügung stehen. Damit und mit dem Hinweis, dass auch viele andere in der Web-Community das lizenzfreie WebM unterstützen, begegnet Jazayeri dem Vorwurf, Google wolle das Web-Video-Format eigenmächtig kontrollieren - Allerdings sind in den Gebühren für die Mac- und Windows-Betriebssysteme und deren Standard-Browser bereits die Abgaben für H.264 integriert. Doch auch Chrome werde H.264 via den Plug-ins Flash und Silverlight weiterhin unterstützen, nur nicht mehr im Rahmen des eingebetteten HTML <video>-Tags. Unklar bleibt, was mit den Videos auf Youtube passiert, die bislang als Flash oder - etwa von Apples iOS-Geräten automatisch genutzt - mit dem H.264-Standard abgespielt werden. Sollte Apple sich nicht zu einer Unterstützung von WebM durchringen, könnte dies mittelfristig zu einem Problem für iPhones & Co. ohne Flash-Support werden, falls Youtube, das zu Google gehört, H.264 nicht mehr im HTML-Video-Tag anbietet. Teilweise erntet Jazayeri in den Leserkommentaren auf der Blogseite heftigen Gegenwind, etwa wenn der Web-Entwickler Seth Rubenstein, der nach eigener Auskunft für eine Video-Produktion arbeitet, bemerkt, man kodiere grundsätzlich alle Online-Videos in H.264 und werde mit Sicherheit nicht auch noch ein zweites Mal in WebM kodieren. Diese Haltung erwarte er auch von anderen Video-Produktionen, so dass seiner Ansicht nach Videos in Chrome letztlich in Flash abgespielt würden und der Google-Browser keine native HTML5-Unterstützung mehr bieten werde.

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