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Internet gefährdet Verlage

28.06.2000 | 00:00 Uhr |

Das Internet ist für Zeitungsverlage Bedrohung und Chance zugleich. Dies wurde am Dienstag bei der Eröffnung des 2. «Marburger Medientags» zum Thema «Vom Zeitungshaus zum Medienhaus» deutlich. Wie der Leiter der Internetsparte im Verlagshaus Madsack (Hannover), Hans-Jürgen Theinert, sagte, drohen den Zeitungen wegen der Konkurrenz der vielen Anbietern von Kleinanzeigen im Internet erhebliche finanzielle Verluste.

Gleichzeitig biete das Netz die Möglichkeit zu mehr Leserservice wie die Online-Betreuung von Abonnenten, sowie eine größere Aktualität als das klassische Printmedium. Die Nachfrage nach redaktionellen Inhalten sei groß. Bei vielen Verlagen herrsche jedoch noch große Unsicherheit, wie sie das elektronische Medium für sich nutzen könnten. Patente Lösungen gebe es nicht, letztlich müsse jedes Zeitungshaus diese Frage für sich beantworten.

Auf dem Gebrauchtwagenmarkt im Internet gebe es bereits mehr als 1 000 Anbieter, auf dem Immobilienmarkt mehr als 200. Madsack habe dem ein eigenes Internetmarkt-Portal für Kleinanzeigen entgegengesetzt, sagte Theinert. Parallel existierten Online-Ausgaben der zu Madsack gehörenden Zeitungen, darunter die «Hannoversche Allgemeine Zeitung» und die «Neue Presse» in Hannover. dpa

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