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Internet per Heißluftballon macht Fortschritte

02.03.2015 | 17:08 Uhr |

Bei Google Loon übernehmen Ballone die Internetübertragung. Und bei Titan sollen solarbetriebene Flugzeuge das Internet in abgelegene Gegenden bringen. Google berichtet auf dem MWC über den Stand der beiden Projekte.

Google experimentiert derzeit mit zwei Projekten, bei denen es darum geht, unerschlossene oder schlecht erreichbare Bereiche der Erde mit einem Internetzugang zu versorgen. Das eine Projekt arbeitet mit Gasballonen, das andere mit Flugzeugen. Beide Systeme kommen ohne klassische Mobilfunknetzwerke via Sendemasten aus.

Bei beiden Projekten sei Google gut vorangekommen, verriet jetzt Sundar Pichai, Senior Vice President von Google, auf dem Mobile World Congress in Barcelona.

Beim Project Loon befinden sich Gasballons in rund 20 Kilometer Höhe über der Erde. Sie senden Signale zu Smartphones auf der Erde und empfangen auch wieder die Gegensignale von den Smartphones. Als Übertragungstechnik zwischen den Smartphones auf der Erde und den Satelliten kommt LTE zum Einsatz. Die Satelliten von Loon geben die Daten von den Smartphones empfangenen wiederum untereinander so lange weiter, bis diese in ein konventionelles Mobilfunknetz auf der Erde eingespeist werden können.

Google startete Project Loon vor zwei Jahren mit zwei Ballons, die nur rund fünf Tage in der Luft bleiben konnten. Das hat sich mittlerweile deutlich geändert, jetzt können die Ballons sechs Monate ununterbrochen am Himmel schweben und funken. Google zufolge beginne diese Technik allmählich wirklich sinnvoll zu funktionieren. Die Experimente laufen mit Vodafone in Neuseeland, mit Telstra in Australien und mit Telefonica in Südamerika.

Das andere Projekt hört auf den Namen Titan. Dabei handelt es sich um solarangetriebene Flugzeuge, die ebenfalls längere Zeit in der Luft bleiben können. Titan ist noch deutlich jünger als Loon und derzeit auf dem Stand, den Loon vor längerer Zeit bereits hatte. Im Unterschied zu den Ballons sind die Flugzeuge aber beweglicher und lassen sich besser steuern. Deshalb sieht Google ihren künftigen Einsatz in erster Linie über Gebieten, in denen es Bedarf an schnell verfügbaren zusätzlichen Internet-Kapazitäten gibt. Beispielsweise nach einer Naturkatastrophe. Loon und Titan sollen sich also im Alltag einmal ergänzen.

Die Flugzeuge sollen ihre ersten Testflüge in den nächsten Monaten absolvieren.

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