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Internetzugang für 1.000 Bibliotheken in Deutschland

28.09.2000 | 00:00 Uhr |

In Deutschland sollen 1.000 Bibliotheken kostenlose Internetzugänge bekommen. Damit will der Deutsche Bibliothekenverband (DBV) die Häuser seiner Mitglieder zu Medienkompetenzzentren ausbauen, sagte der Verbandsvorsitzende Arend Flemming (Dresden) am Donnerstag am Rande der Jahresversammlung deutscher Fachverbände in Essen.

Die Aktion beherzige die von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) beschleunigte Internet-Offensive, die allen Menschen den Zugang zum weltweiten Netz ermöglichen soll.

Mehr als 40 Prozent der 2.000 öffentlichen Mitglieds-Bibliotheken verfügen den Angaben zufolge bereits über einen Internetzugang. Das kostenlose Internet-Angebot habe darüber hinaus einen Ansturm von Bibliotheken ausgelöst, die bislang nicht Mitglied im Verband seien. Allein in Bayern, einem mitgliedsschwachen Bundesland, hätten sich 80 Bibliotheken um Aufnahme bemüht, sagte der Vorsitzende des Verbandes der Bibliotheken in Nordrhein-Westfalen, Ulrich Moeske (Dortmund).

Das große Bibliothekensterben ist nach Darstellung der Verbände nicht mehr akut. Bundesweit seien der Bibliotheks- wie auch der Personalbestand in den 90er Jahren um 10 bis 15 Prozent zurückgegangen, sagte Flemming. Die übrigen Bibliotheken seien aus dem Konzentrationsprozess gestärkt hervorgegangen. Die Bestände seien konstant geblieben, die Besucherhäufigkeit und der Nutzungsgrad nicht zuletzt durch den Anziehungspunkt Internet gestiegen. dpa/ab

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