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Intershop will Mitarbeiterzahl halbieren

03.07.2003 | 11:23 Uhr |

Der Jenaer Softwarehersteller Intershop hat nach drastisch reduzierten Geschäftsprognosen für dieses Jahr einen umfangreichen Stellenabbau angekündigt.

Bis Ende September solle sich die Zahl der Mitarbeiter von derzeit 445 auf etwa 200 mehr als halbieren. Wie Intershop am Donnerstag in Jena weiter mitteilte, wird für 2003 nur noch mit einem Gesamtumsatz von 20 bis 25 Millionen Euro anstatt ursprünglich erwarteter knapp 45 Millionen Euro wie im Vorjahr gerechnet.    
Der Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) werde sich 2003 wahrscheinlich auf rund 20 Millionen Euro belaufen. Bisher war das einstige ostdeutsche Vorzeigeunternehmen noch von einem Verlust von 5 Millionen Euro ausgegangen.     Details zu den geplanten weit reichenden Restrukturierungen will Intershop am 31. Juli bekannt geben. Der Personalabbau betreffe alle Bereiche des Unternehmens. Ziel sei es jedoch, die technologische Kernkompetenz von Intershop im Bereich Forschung und Entwicklung zu erhalten. Im Ausland werde Intershop seine Produkte künftig weitgehend über Distributionspartner vertreiben. Der Sparkurs hatte im Vorjahr bereits einem Drittel der Belegschaft den Arbeitsplatz gekostet.    
Das schwache Geschäft zehrt weiter an den Geldreserven der Jenaer Softwareschmiede, die Ende der 90er Jahre als Aushängeschild der ostdeutschen Internet-Wirtschaft galt. Die Liquidität des Konzerns habe sich bis Ende Juni auf 10,5 Millionen Euro nach 16,7 Millionen Euro drei Monate zuvor weiter verringert.

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